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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Pfefferkorn und die Cölner Dominikaner.

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Joseph Pfefferkorn *) aus Mähren war seines Hand-werkes ein Metzger und selbstverständlich unwissend. Allenfalls verstander Hebräisch zu lesen, aber nicht mehr als jederJude der damaligen Zeit,der nicht zum Gelehrtenstande gehörte. Mit der Verlogenheit, woriner eine Meisterschaft erlangte, behauptete er später von seinen: VetterMe kr Pfefferkorn talmudische Gelehrsamkeit erworben zuhaben; er konnte aber nur des Hebräischen unkundige Christen damittäuschen. Seine sittliche Verworfenheit war aber noch größer alsseine Unwissenheit. Pfefferkorn beging einen Diebstahl mit Einbruch,wurde ertappt, dafür von den: Grafen von G u t t e n st e i n mitKerkerhaft bestraft und nur auf dringendes Bitten seiner Verwandtenund Erlegung von Strafgeld davon befreit. Diese Schmach, so scheintes, hatte er mit Taufwasser abwaschen wollen, und die Kirche war nichtsehr wählerisch, sie nahm auch einen solchen gemeinen Wicht auf, alser sich zur Annahme des Christentums in: sechsnnddreißigsten Lebens-jahre mit Weib und Kindern meldete. Als Christ nah»: er den NamenJohannes an (um 1505?). In C ö l n scheint er die Taufe emp-fangen zu haben; jedenfalls wurde er dort von den unwissenden, hoch-mütigen und fanatischen Dominikanern gehegt und gepflegt. Hattensie in ihm ein brauchbares Werkzeug erkannt, oder hat ihnen sein nied-liches, lebhaftes, nicht allzu sprödes Weibchen gefallen??) Genug,die Cölner Dominikaner zeigten ihn: sehr viel Wohlwollen und be-wirkte:: für ihn von: Bürgermeister den Posten eines Hospitnlaufsehersund Salzmessers. Ec hatte den Christen das Märchen aufgebunden,daß er ein Abkömmling des Stammes Naphtali wäre. Cölu wardamals ein Enlennest lichtscheuer Großsprecher, welche den Anbruch

1 Vergl. über Pfefferkorn Note 2. Seinen jüdischen Namen Joseph gibter in der Einleitung zn seiner ersten jndenfeindlichen SchriftJndenspiegel" an.Daß er aus Mähren stammte, folgt ans einer Notiz in epmtolas obseuroruiuvirorum I, Hr. 38: Vsstsr lobannss ?Istkerkorn in 6olonia sst nnn8pessiunm trnlator; nibil seit in Ilsbraso; ipss tact::8 K8t (lbristiainm, nt8::am negnitiam oeenltaret. Hnanclo tnit acklme 1näasn8 in ikloravia,peren88it nnam innlisrsm in taciein, gnock non viäsret in banem ... etaccepit pln8 gnain clnoent 08 Üoreno8 antnAienv. Er gestand selbst ein, desDiebstahls angcklagt gewesen zn sein, in Ostenmo contra Iaino8a8 epistolasobsonrornm virornm, kkr. 2b: tnernnt <lno .Inclasi gui midi t'nrti int'amiainimponers volnernnt .... Hoinins iZitnr mso cameranr imiierialsmcitati ste. Indessen ist ans einer Urkunde bekannt, daß er Diebstahl undEinbruch begangen hat (Aktenstücke zur Konfiskation der jüdischen Schriften.Frankel-Graetz, Monatsschrift, Jahrg. 1875, S. 34li).

h Pfefferkorn, vstenmo contra tainosrw spi8tola8 das. Nicht bloß dieSpötter der Dnnkelmännerbriefe spielen oft auf die Geschäftigkeit von Pfeffer-korns Weibchen an, sondern auch der ernste Renchlin in Oskenmo contra6 olonisnsc8 bei v. d. Hardt, bistoiia liteiaria Rstorinationis II, p. b7. Inder vstenAo 2 a sagt Pfefferkorn: e^o ex lanckakili tribn Xepbtalim ^enitn8.

Graetz. Geschichte der Juden, IX. o