Die Juden in Polen.
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In dem Lande, welches mehrere Jahrhunderte die Hauptheimatfür den Talmud und die Pflanzstätte für Talmudjünger und Rabbinerwerden sollte, welches gewissermaßen eine Zeitlang eine tälmudischcAtmosphäre hatte, in Polen, gab es im Anfang des sechzehnten Jahr-hunderts noch keine rabbinische Größe. Erst die zahlreich dorteingewanderten deutschen Talmudkundigen haben dieses Studiumdort heimisch gemacht. Vou der Rhein- und Maingegend, von Baiern,Schwaben, Böhmen und Österreich hatten sich ganze Scharen jüdischerFamilien an den Ufern der Weichsel und des Dniepr angesiedelt, unddiese brachten nach dem Perlust ihrer Habe das Teuerste mit, was siemit dem Leben verteidigten, und das ihnen nicht geraubt werdenkonnte, ihre religiöse Überzeugung, die Sitte der Väter und ihre Talmud-kenntnisse. Die deutsche rabbinische Schule, der in der Heimat jederLuftzug versperrt worden war, schlug ihr Zelt in Polen und Litauen,in Ruthenien (Reußen) und Volhynien auf, verbreitete sich nach allenSeiten und verwandelte sich unter der Hand, mit slawischen Elementengeschwängert, in eine eigenartige, in eine polnische Schule.
Aber nicht bloß deutsche Talmndkunde haben die jüdisch-deutschenFlüchtlinge nach Polen verpflanzt, sondern auch die deutsche Sprache— in ihrer damaligen Beschaffenheit; sie impften sie den eingeborenenJuden ein und verdrängten nach und nach aus deren Munde die pol-nische oder ruthenische Sprache. Wie die spanischen Juden einen Teilder europäischen oder asiatischen Türkei in ein neues Spanien ver-wandelt haben, so machten die deutschen Juden Polen, Litauen unddie dazu gehörigen Landesteile gewissermaßen zu einem neuen Deutsch-land. Die Juden Litauens und überhaupt Ostpolens bedienten sichzwar der Landessprache, Litauisch oder RussiuischZ) aber sie wurdendeswegen von ihren dentschredenden Stammgenossen als Halbbarbareuangesehen. Mehrere Jahrhunderte hindurch zerfielen daher die Judenin spanisch redende und deutsch sprechende, gegenwelche die Italiens als eine wenig zählende Klasse verschwand, daauch hier die Juden Spanisch oder Deutsch verstehen mußten. Das
Gamaliel so befiehlt, ist Elcasar einer anderen Ansicht. I» Babylonien nndJerusalem sind verichiedene Wahrheiten. Wir gehorchen dein zweiten Moses(Maimuni), und die neuen nennen ihn „Ketzer". Lraetrl bei Kraushaar nndSternbcrg S. 112. So etwas kann kein Rabbiner geschrieben haben, cs klingtwie Persiflage eines Karaers gegen den Talinndisinns.
*) Vergl. Ilesiip. llw'w nnwi zweite Abteilung von Me'ir Kaz (Bater desSabbatar Kohen, 8vbaol>) aus dein 17. Jahrh., Res-w- Nr. 1i ii.-o-.-, >-n
w' an . . . N'en'i siiv^ L'1212 021N c-L'sr;
IWL'N 1 '!^ .INN NSL> ob- IIZN'I ,vxi p-m.n Mehrere Zeugenaussagen in
diesen Response» sind in slawischer Sprache gehalten; vergl. I. B. Levisohn,bnnir-'v NUI-.N p. 34, Rote.