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Geschichte der Juden.
Berennung erobert (31. Januar 1510) und ausgeplündert; die Ein-wohner hatten sich vor der drohenden Gefahr nach allen Seiten zerstreut.Ten Juden dieser Stadt*) erging es dabei schlimm genug; diejenigen,welche nicht die Flucht ergriffen hatten, gerieten in Gefangenschaftund hatten kein beneidenswertes Los unter den Händen der von derInquisition zu Blutmensckien abgehärteten spanischen Soldateska.Sobald die Nachricht von der Einnahme Bugias nach Algier gelangte,zitterten die jüdischen Bewohner, sowie die ganze Stadt wegen derihnen unausbleiblich drohenden Gefahr, und viele von ihnen suchtenihr Heihin der Flucht. Der bereits zweiundsiebzigjährige Greis SimonTuran schleppte sich von Torf zu Dorf und wollte nach dem fern liegen-den Almadia auswandern Indessen lief es doch nicht so schlimm ab,die Einwohner von Algier unterwarfen sich freiwillig, leisteten demKönig von Spanien den Eid der Treue uud versprachen jährlichenTribut zu zahlen. Das Leben der Juden blieb verschont; sie mußtenaber volles Lösegeld wie Kriegsgefangene an die mohammedanischenBewohner zahlen.?) Tie mehr denn achthundert Familien zählendeGemeinde von Tripolis (Tarablus) in Nordafrika geriet größtenteilszur selben Zeit in Gefangenschaft.?)
Ten Juden von Tunis ging es wohl nicht besser, da auch dieseStadt gezwungen war, mit Pedro Navarra zu kapitulieren. Hier hattenzwei bedeutende jüdisch-spanische Männer einige Jahre eine Zufluchtgefunden; der eine, der Geschichtsschreiber und Astronom AbrahamZacuto , der bereits am Abend seines Lebens stand, und ein jüngererMann, Mose Alas ch kar. Zacuto, welcher auf der pyrenäischenHalbinsel bereits eine Schule von christlichen und mohammedanischenJüngern in der Mathematik und Astronomie hatte, dessen Schriften,durch den Truck veröffentlicht, vielfach gelesen und benutzt wordenwaren, war indes gezwungen, wie ein Geächteter umherzuirren,und war nur mit Not dem Tod entronnen. In Tunis scheint er einigeruhige Jahre verlebt zu haben, und hier hatte er seine mehr berühmteals brauchbare Chronik vollendet. Geschichtswerkdarf mansienichtnennen(8sksr üoolmsia 1504),4) sondern einen Abriß der jüdischen Geschichte
p Joseph Koheu, Chronik p. 54, Lmele l>a-kacl>a p. 39, Hsspp. MoseAlaschkar, lio. 39.
?) Junta, Vuale» äs ViaZou VI, p. 9.
?) Joseph Koheu a. a. O. Üsüpp. Jakob Berab, Nr. 56. kespp. LeviBen-Chabib p. 318. Rsupp. Mose Alaschkar Nr. 6.
*) Das; das Zacutosche Jochasin (io'n, nicht Juchasin) in Tunis verfaßtwurde, sagt der Verfasser selbst sä. Amsterdam 13b; eä. Fiüpowski 22a. DasJahr 1504 kommt in einem Passus in dem uuivcrsalgeschichtlicheu Teil vor,ecl, l?it. p. 231 a: . . . ni'r'b msbu tn rav.n rwm im nvm Ich
weiß nicht, woher der letzte Herausgeber Filipowski die Notiz hat, daß diesesWerk 15u6 verfaßt sei. Daß Zacuto nicht in Afrika geblieben, sondern nach