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9 (1907) Geschichte der Juden von der Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal (1494) bis zur dauernden Ansiedlung der Marranen in Holland (1618)
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Geschichte der Juden.

edelsten Stamme entsprossen seien, und daß sich unter ihnen Nach-kommen des Königs David in gerader Linie befunden hätten; in denAugen sämtlicher Juden galten ;ie tatsächlich als die edelsten und vor-züglichsten, als eine Art jüdischen Adels. Und nun hatten gerade siedie härtesten Leiden getroffen. Die Verbannung, die Gewalttaufen,der Tod in jeder scheußlichen Gestalt, durch Verzweiflung Hunger,Pest, Feuer, Schiffbrnch, alle diese Plagen vereint hatten ihre Zahlvon Hunderttansenden auf kaum den zehnten Teil herunter gebracht/)und die Übriggebliebenen wandelten größtenteils wie Gespensterumher, wurden von einen: Lande zun: andern gehetzt und mußten,sie, die Fürsten unter den Juden, als Bettler an die Türen ihrer Brüderpochen. Die mindestens 30 Millionen Dukaten, welche die spanischenJuden allein bei der Vertreibung in Besitz hatten/) waren ihnen unterder Hand zerronnen, und so standen sie völlig entblößt da in einerfeindlichen Welt, welche an den Juden nur noch das Geld schätzte.Auch viele deutsche Juden wurden zur selben Zeit aus einigen Städtendes Westens und Ostens ausgewiesen; aber ihr Elend glich keineswegsden: der spanischen Juden. Sie kannten weder die Süßigkeit einesVaterlandes, noch die Bequemlichkeiten des Lebens, sie waren mehrabgehärtet, wenigstens an Schmach und freche Behandlung ge-wöhnt.

Ein halbes Jahrhundert nach der Verbannung der Inden ausSpanien und Portugal begegnete man überall Flüchtlingen, hiereiner Gruppe, dort einer Familie oder auch vereinzelten Züglern. Esist eine Art Völkerwanderung in: kleinen, die ostwärts ging, meistensnach der Türkei, als sollten sich die Juden wieder ihrer Urheimat nähern.Aber auch ihre Wanderungen, bis sie wieder sichere Wohnungen er-reichten und einigermaßen zur Ruhe gelangen konnten, sind herz-beklemmend durch die Unfälle aller Art, die Erniedrigungen, die Schmachdie sie betroffen haben, schlimmer als der Tod. Einige herausgegriffeneBeispiele von der Pilgerfahrt hochstehender Persönlichkeiten, die mehroder weniger in den Lauf der jüdischen Geschichte eingegriffen haben,können wenigstens einen schwachen Begriff davon geben.

Ein alter Zweig der Jachjiden aus Portugal, D v n D a v i d b e nSalomo (geb. um 1440, gest. in Konstantinopel 1504/), ein Mann

') Abrabanel Eint, zum Daniel-Komment, und im Texte p. 132; IsaakAkrisch Einl. zu dem von ihm edierten Tripel-Kommentar zu Canticum.

2) Abrabanel das.

h Bergl. über ihn LarmoF: Die Jachjiden, x. 17 ff. und Band VIII/S. 482 ff Davids zwei Schriften sind mimi, pv8, eine knrzgefaßte hebräischeGramma'ik nebst Poetik (Titel vip.i 8pL-) und ein kompilatorisches exegetischesWerk zu den Sprüchen (>pn 2 p), beide noch in Lissabon verfaßt.