Deutung ist entschieden salsch; denn die zehn oder elf Könige sollen aus einemund demselben Reiche hervorgehen oder vielmehr es constituiren. Um dieserVerlegenheit zu entgehen, haben andere Ausleger auch Heliodor hineingezogen,den Usurpator, obwohl er kaum den seleucidischen Thron eingenommen hat,ferner noch Demetrios, obwohl er erst nach Antiochos Epiphanes regiert hat,und endlich gar Ptolemäus Philometor, ob zwar er gar nicht der seleucidischenDynastie angehört Hab Die Zählungsweise ist aber einfach, wenn man sichnicht auf die Seleuciden beschränkt, sondern auf die Nachfolger Alexanders indem Reiche, welches aus Asien und Syrien zusammengesetzt war. DiesesReich hatte bis ans Antiochos Epiphanes lsxvlusivo) zehn Herrscher. Porphy-rius selbst zählt sie in seiner Chronik (bei Müller, tiax. bist. Araso. III.p. 716) folgendermaßen auf: T7<U ab-- 11
Sna-lk-r ol'ckc:
1. 2. 3. ä 4. H-/-
r-'o/oc ö Hciir-sp; 5. ö 6. T'kXkr-xor ä ;
7. ö Hrnttrii-öx; 8. ö 9. ö
-rllrtoi-. Darauf folgt Antiochos Epiphanes. Zählt man Antiochos Hieraxdazu, welcher einige Jahre gleichzeitig mit seinem Bruder Seleukos Kallinikosregierte und von diesem selbst als Selbstherrscher anerkannt war lJustinus 27, 2;Porphyrius lruAwont. a. a. O. S. 710), so hat man ungezwungen die Zehn-zahl der „Könige des Nordens," d. h. Asiens und Syriens und als elftenAntiochos Epiphanes. Der Vers, von Daniel hat also Antigonos und Deme-trios Poliorketes mit gerechnet, und auch Antiochos Hierax; er war demnachmit der Geschichte dieses Reiches vertraut.
In der Chronologie dagegen zeigt er Ungenauigkeit. Er zählt von derTempelzerstörung bis zum Aufhören der Entweihung 70 Jahrwochen 490 Jahre.Die Zeit aber dauerte nur 410 Jahre, also um 80 zu viel. Richtig giebt erzwar an, daß das Exil nur 7 Jahrwochen 49 Jahre dauern werde — von derZerstörung 586 bis zur Rückkehr 537 -- 49 Jahre. Eine Jahreswoche 7 I. setzter auf die Begünstigung der Bundesübertreter von Seiten des Antiochos, wovoneine halbe Jahrwoche auf die Entweihung kommen würde. Auf die Zwischenzeitvon der Rückkehr bis aus den Tod des gesalbten Fürsten — Onias III. 172 —zählt er die noch fehlenden 62 Jahrwochen — 434 Jahre. Darin zeigt sichaber die Ungenauigkeit. Indessen war Josephus über die Dauer dieser Zeitebenfalls nicht orientirt. Vergl. darüber Schürer, Lehrbuch der alttestam. Zeit-geschichte, S- 84 fg.
19.
Die Lokalitäten,
die 2uda Makkabi jenseits des Jordans tiezwnngen hat.
So erbärmlich steht's noch mit der Kenntniß der Topographie Peräa's,daß in der Erklärung der Localitäten, welche im ersten und zweiten Makkabäer-buch bei der Erzählung von Makkabi's Kriegszügen daselbst genannt werden,