Note 18.
451
gruppirt und hielten zusammen. Sie bildeten svergl. B. II u
S. 452s. Nudinger bezeichnete daher mit Recht diesen Psalm als makkabäisch.
Außer diesen vier oder fünf Psalmen erweist sich sonst keiner mit exegetisch-historischer Nothwendigkeit als makkabäischer. — Ps. 83 schmeichelt sich zwarförmlich als ein makkabäischer ein, — wenn nur nicht darin genanntwäre! Die Ausdeutung derer, welche ihn in diese Zeit setzen, daß unterAssyrien Syrien zu verstehen sei, ist ein zu schlechter Nothbehelf. Auch paßtes durchaus nicht; denn in dem V- nihi ->iLx liegt doch der Sinn,daß sich das betreffende Volk den übrigen Feinden Israels lediglich ange-schlossen hat, d. h. mit ihnen in zweiter Reihe gegangen ist, währendin den Makkabäerkämpfen die Assyrier, d. h. Syrer doch in erster Reihedie Israeliten verfolgt haben. In diesem Ps. erscheinen dagegen als Haupt-feinde Ammon und Moab <V- 9): ^ i^n. Die früher genannten
Völker — und Aschur mit einbegriffen — waren lediglich der Arm für dieLotiden. Nun ist es möglich, daß ">iv:x gar eine Corruptel ist, vielleicht fürDann müßte dieser Volksstamm damals noch existirt haben, was abererst recht die Makkabäerzeit ausschließen würde. Außerdem spricht gegen dieseZeit, daß der Psalmist doch im Grunde die Bekehrung der Feinde zum GottIsraels erfleht lV. 17b) 'n lV. 19): nr-x Ein
solcher propagandistischer Wunsch ist aber der Situation der Makkabäerzeitwenig angemessen. Kurz ohne Zwang läßt sich der makkabäische Charakterdieses Ps. nicht durchführen. — Ps. 80, den Mehrere als solchen stempeln,ist sicherlich nicht makkabäisch, sondern setzt die ägyptische Vasallenschaftunter Necho voraus <vergl. Monatsschrift Jahrgang 1874, S. 391 fg.) Ps. 66,dessen zweite Hälfte mit der zweiten Hälfte von Ps. 108 übereinstimmt, stammtnoch viel weniger aus dieser Zeit. Allenfalls könnten die Hallel-Psalmen 115bis 118 dieser Zeitlage entstammen, aber es liegt keine zwingende Nothwendig-keit vor. Dasselbe gilt von Psalm 144. Nur dürfte man beide nicht in sospäte Zeit, etwa unter Johanan Hyrkanos setzen, sondern, wenn man diegroße Gefahr erwägt, von welcher in beiden gesprochen wird, so konnten sieallenfalls der Zeit der ersten Makkabäerkämpfe angehören. Ueber Ps. 79I, S. 405.
18.
Das Luch Daniel.
Daß die Daniel'sche Apokalypse die Drangsalszeit des Antiochos Epiphaneszum Hintergründe hat, braucht gegenwärtig eben so wenig bewiesen zu werden,wie etwa daß Deutero-Jesaia die Exilszeit reflektirt. Porphyrius war übrigensnicht der erste, der diesen Hintergrund erkannt hat, sondern Josephus sah indem kleinen Horne, welches den Tempel entweihen und das Opfer aufhebenwerde, den Tyrannen Antiochos Epiphanes Mterth. X, 11, 7):
lAr-xt 7.k' ror- iATrkPcrr-ori, xnAlöx krüxr- 3
Nur sah er darin eine wirkliche Prophezeihung. Porphyrius, welcher
29*