Note 17.
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bar, daß der Psalmist, wenn man ihm nicht häßlichen Hochmuth zur Last legenwill, unter „Errettung, Leben," nicht Genesung von einer Krankheit, sondernals Tropus verstanden wissen wollte, und nicht mißverstanden zu werden be-fürchtete. Für einen Tropus zeigt doch jedenfalls V. 7: h: ^->sx
LiLX; denn, vor einer Krankheit ist man doch wohl auch im größtenGlücke nicht gefeit! Was soll also der Passus bedeuten: „in meinem Glückemeinte ich, ich werde nimmer wanken"? Das Verbum 2 ir>, das ursprünglichvom Wanken der Erde bei einem Erdbeben gebraucht wird, hat nur tropischeBedeutung, zu Falle kommen, in ein großes Unglück gerathen. In letztermSinne muß es hier gebraucht sein; denn es wird vorausgesetzt, daß Gott ge-zürnt hat, und darum sei das Unglück eingetroffen lV. 6): 'rx: Noch
deutlicher ist diese Voraussetzung durch B. 8 bestätigt.
Diesen V- haben nämlich sämmtliche Ausll. mißverstanden, weil sie über-sehen haben, daß der Text nicht unverdorben sein kann. Der Parallelismusdes V. hätte sie aber daraus führen müssen, daß es damit nicht geheuersein kann:
'n a.
Sollte es ein antithetischer Parallelismus sein, so hätte d vor a stehenmüssen, nämlich zur Noch: „du hast dein Antlitz verborgen, ich war entsetzt,aber in deinem Wohlgefallen hast du meinen Berg der Stärke aufgestellt."Ich sage, zur Noth; denn daß „ausrichten" bedeuten soll, ist schon ein
Nothbehelf, man würde eher ninpn erwarten oder gar ein anderes Verbum.Ohnehin ist es unpassend, von einer Errettung zu sagen: „du hast meinen
mächtigen Berg aufgerichtet." Nun steht gar dieser Halbvers voran. Es ist
also gar nicht daran zu denken, daß er diesen Sinn haben kann. Er ist viel-mehr corrumpirt. Nämlich steht für wie Genes. 49, 6
statt Parall. zu v-sx^. Ferner steht statt wie Ezech.
29, 7 d hv trnh U-XX <rr,--kx-.r-<7«L, Pesch. vergl. Raschi
und Kimschi z. St.), ist ohnehin eine Unform; es muß entschieden dafür ge-lesen werden 12 oder vielleicht gar: Also nnr-sn
„In deinem Zorn hast du die Berge der Macht wankend gemacht."Gottes Unwille hat es herbeigeführt, daß ein bedeutender Unfall eingetreten ist.
Nach dieser Richtigstellung können sich die Klage und der Dank des Psalmesunmöglich auf das Geschick einer Einzelpersönlichkeit beziehen, sondern siemüssen ein allgemeines nationales Interesse zum Hintergründe haben.Der Psalmist läßt die Nation in der ersten Person sprechen, wie Ps. 124 und129, wobei freilich das redende Subjekt durch Hx-W'' x: ^x'' angedeutet ist,aber auch 123 und mindestens 118 auch ohne diese Andeutung. Dis Nationspricht demnach, wie Olshausen es richtig aufgefaßt hat: „Ich verherrliche dichI., weil du mich herausgezogen und meinen Feind nicht hast über mich trium-phiren lassen ... Ich meinte in meinem Glücke; ich werde nie mehr zu Fallekommen, aber du hast in deinem Zorne die festen Berge wankend gemacht, hastdein Antlitz verhüllt, und ich war entsetzt. Da rief ich zu dir" u. s. w. Selbst-verständlich müssen die Verba s-n^x .. xnpx 'n -^l-x als Aoriste verstandenGraetz, Geschichte der Juden. II. 2. Hälfte. 29