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Geschichte der Juden.
ist bisher mißverstunden morden. wird fälschlich uns die Israeliten be-
zogen, obwohl das unmittelbar vorangehende Objekt ist. Man muß dafürlesen „du hast sie chie Völker) ausgerissen." Dann ist auch der Pa-
rallelismus des V. abgerundet; denn Lnhwn- kann nur bedeuten: „du hast sieidie Völker) vertrieben." Die Bedeutung „ausbreiten" ist gezwungen: AlsoLNH'LNI tr^xh nnx. So ohne Waffen hat das
Volk in alter Zeit das Land eingenommen, und so sollte Gott auch in der Gegen-wart die Feinde aufreiben lV. 5—8). Leider, so klagt der Ps., ist es in derGegenwart nicht so. Das Volk mußte zu den Waffen greisen und ist nichtglücklich im Kriege lV. 10—11). Um den Gegensatz voll heraustreten zu lasten,muß man jV. 10) -;x lesen statt ?x, das nur gezwungenerweise im Sinne von„und doch" ansgelegt wird. Der Psalmist erwartete also keine Rettung von denWaffen, sondern von Gottes wunderbarem Eingreifen. Mithin gehörte er derchaßidäischen Partei an, welche zuerst waffenscheu war und gleich dem Vers,des Buches Daniel das Aufhören der Leiden auf wunderbare Weise erwartete.Dieses Wunder erfleht der Psalmist für das Volk. Alle die hier aufgeführtenMomente paffen auf keine Zeitlage der israelitischen Geschichte, nur einzig undallein auf die Makkabäerzeit, aber wohlverstanden noch vor den errungenenSiegen. Vielmehr deutet der Ps. an, daß allerdings eine Schaar Kämpferbereits zu den Waffen gegriffen, aber kurz vorher eine Niederlage erlittenhatte: nx ^ — -:^n'xnxn xxn xl-.
Abzuweisen ist daher die Annahme Hitzig's, der Ps. sei zur Zeit gedichtetworden, als die Unterfeldherrn von Jamnia eine Niederlage erlitten hatten,und eben so die Annahme Olshausen's, er stamme aus der Zeit unmittelbarnach dem Tode Juda Makkabi's. Denn der Ps. setzt voraus, daß der Feindnoch immer Lästerung gegen Gott ausgestoßen hat, und das geschah lediglichvon Antiochos Epiphanes. Der Ps. setzt ferner, wie schon gesagt, voraus, daßein fremder Gott zur Verehrung aufgezwungen worden, und der Psalmist be-theuert für sich und seine Partei, daß sie sich nicht einmal heimlich einersolchen Apostasie schuldig gemacht haben, wodurch sie mit Recht Gottes Straf-gericht hätte treffen mästen. In diesem Sinn sind V- 21—22 aufzufassen.Aber der Zwang, den Zeus Hellenios anzubeten, bestand lediglich, so lange An-tiochos lebte. Seine Nachfolger Eupator und Demetrios haben den Religions-zwang aufgegeben und die Judäer nur als Aufständische bekämpft. Ps. 44 istalso zur Zeit gedichtet worden, als Juda Makkabi bereits eine Schaar um sichgesammelt hatte, aber einmal vom Feinde geschlagen wurde. Das erste Makka-bäerbuch erzählt zwar nicht von einer solchen Niederlage, aber das Stillschweigenist kein Gegenbeweis. Diese Quelle berichtet nur von den Siegen und demAufschwung, und wo sie von Niederlagen spricht, will sie entweder die ent-scheidenden Folgen derselben Nachweisen oder die Verschuldung aufdecken. Sollendie Makkabäer immer und immer gesiegt haben? Kleine Unfälle sind ohneZweifel vorgekommen, aber der Vers., wenn er Kunde davon hatte, hielt esnicht der Mühe werth, davon zu sprechen, da sein Zweck nicht war, alle Be-gebenheiten annalistisch zu verzeichnen.