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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Geschichte der Juden.

17.

Die Makkabäer-Psalmen.

Es war ein kühner Griff für die Psalmenauslegung, die Stimmungeneiniger Klage- oder Triumphpsalmen durch Vorgänge aus der Zeit der Makka-bäerkämpfe zu erklären. So manche dunkle oder räthselhafte Wendung indenselben wird dadurch klar und verständlich. Der erste, welcher diesen Fundsystematisch angewendet hat, war Esromi Rudinger, ein Jünger der erstendeutschen Reformatoren, welche eine rationelle Bibelexegese angebahnt haben.Einige Kirchenväter haben zwar auch hin und wieder manchen Psalm auf dieMakkabäerzeit bezogen, Melanchthon hat ebenfalls manche Psalmen durch denmakkabäischen Hintergrund erklärt, aber Rudinger hat diesen Weg mit Conse-quenz verfolgt. Mehr als 20 Psalmen führte er auf diese Zeit zurück. Seinvielbändiges Werk lautet: libri ksalmorum parapbrasis latina (Görlitz 1581'.Ihm folgten in dieser Erklärungsweise im vorigen Jahrhundert v. d. Hardt,Benema, und in dem laufenden Jahrhundert nahmen sie wieder auf Bengel,Paulus, Bertheau und andere. Häsler, Hesse und de Jong schriebeneigene Monographien äo psalmis Laooadasornin. Hitzig überbot seine Vor-gänger mit der Behauptung, daß sümmtliche Psalmen vom Kap. 73 an, alsodie letzten drei Bücher des Psalters, der Makkabäerzeit angehören. Noch weiterging Olsh aus en, welcher eine sehr große Zahl von Psalmen, besonders dieBitt-und Klagepsalmen, dieser Zeit vindicirt. Hitzig und Olshausen führen sogardie Psalmenliteratur bis auf die Zeit Jonathan's und sogar Jochanas Hyrkanos'herab. Die Annahme von Makkabäer-Psalmen hat selbstverständlich auch starkenWiderspruch erfahren. Besonders trat Gesenius aus seiner philisterhaftenAnschauung von der Bibelliteratur heraus als Gegner derselben auf. Seine undAnderer Einwendungen dagegen sind indeß bereits widerlegt worden. EinArgument jedoch, das Ewald zuerst gegen diese Hypothese geltend machte, unddas auch für Hupfeld so überzeugend schien, daß auch er sich gegen Psalmenaus der Makkabüerzeit erklärte, ist indeß, bei näherer Betrachtung, eben soschwach wie die von Gesenius geltend gemachten. Dieses Argument stützt sichdarauf, daß schon der Verfasser der Chronik die Fünftheilung des Psaltersgekannt haben müsse, da (das. 1,16, 35) nicht nur zwei Psalmfragmente ausdem vierten Buche, sondern auch die Schlußdoxologie zu diesem Buche zuPs. 106 David in den Mund gelegt werden. Folglich müsse der ganze Psalterzur Zeit der Chronisten bereits abgeschlossen gewesen sein. Dieser Gegenbeweissteht aber auf schwachen Füßen. 1. Die Eintheilung des Psalters in fünfTheile stammt erst aus späterer, nachchristlicher Zeit, als man im ju-däischen Kreise zum Behufs von homiletischen Verträgen dem Pentateuch einSeitenstück an dem Psalter gegeben hat. 2. Die Doxologie in der Chronikbildet keineswegs den Schluß zu Ps. 106, sondern zu Ps. 105, welcher imPsalter selbst sie nicht hat. 3. Die Doxologien kamen bei jedem Psalm vor,welcher im Tempel gesungen wurde; sie bilden eine Aufforderung an die Ge-meinde, durch ihrAmen, Amen" den Inhalt des Psalmes ihrerseits anzu-