Note 16.
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Monisten diesen zweiten Zug mit dem identificirt, was Makkabb. I zuersterzählt, und diesem noch einen Zug vorangehen lassen. Daher die Annahmevon drei Zügen. Allein diese Ausgleichung rettet nur sehr wenig. Augen-scheinlich war der Vers, oder der Epitomator des II. Makkabb. in der Chrono-logie nicht orientirt. Er wußte nur so viel, daß nach Antiochos' zweiter Rück-kehr die Zerstörung und Entweihung den höchsten Grad erreicht hatte, darumsetzt er Alles in diese Zeit.' Man darf also keineswegs auf Grund desII. Makkabb. drei Züge annehmen.
Ueberhaupt ist es auffallend, wie wenig das II. Makkabb. von den Kriegenund Vorgängen in Aegypten zu erzählen weiß. Es kennt sehr viele Persön-lichkeiten und Vorgänge aus der Geschichte des syrischen Reichs. Nichtblos Heliodor, sondern auch Sostrates, Aufseher der Akra <4, 28); auchden Namen von Antiochos' Concubine kennt es (4, 30). Es giebt Kunde vonAntiochos' Gerichtssitzung in Tyrus wegen Menelaos' und seines BrudersTempeldiebstahls (4, 43 fg.), von Philipp, der über Jerusalem und vonAndronikos, der über Garizim gesetzt war ^5, 22). Es weiß, daß einApollonias war, d. h. Mysien zur Statthalterschaft hatte l5, 24),
ferner daß Ptolemaios Makron früher unter Philometor Statthalter vonCypern gewesen, dann zu Antiochos übergegangen sei (16, 12), daß einNikanor gewesen (12, 2), ein Anderer (14, 12),
und unterscheidet von diesen beiden noch einen dritten <8, 9). Es weiß, daßder Brandleger an die Tempelpforten Kallisthenes hieß (8,33), endlich daßTimotheos einen Bruder Chareas hatte, welcher in Gazara (Jaeser)befehligte (10, 32 sg.). Während es in der syrischen Geschichte sich unterrichtetzeigt, kennt es aus den Vorgängen in der judäischen Geschichte nur allgemeineZüge und Personalien, von Onias III., seinen Kämpfen und seinem Tode inDaphne <3, 1 fg.; 4, 4 fg. 33 fg.), von Menelaos' Brüdern Simon undLysimachos (4, 29; 39 fg.) von dem Märtyrer Eleaser und von dem an-gesehenen „Vater der Judäer" Nazis <14, 37). Von Juda Makkabi erzählt es,daß er in der Wüste umhergeirrt <5, 27) und daß ihm Nikanor gerathen habe,sich zu verheirathen (14, 33 fg.), endlich welches Feldwort im judäischen Lager aus-gegeben worden (8,23; 13,15). Im Grunde erzählt es den reichhaltigen Geschichts-verlauf nicht pragmatisch und chronologisch, sondern anekdotenhaft. Anekdoten-haft ist z. B. die Erzählung von dem Judäer Dositheos aus Tobiene,einem starken Reiter, welcher den Feldherrn Gorgias am Oberkleide gefaßt unddabei den Arm eingebüßt habe (12, 35). Solche Anekdoten sind schwerlicherfunden und aus der Luft gesogen, sondern sind als Krystallisationen ausdem Fluß der Sagen anzusehen, wie sie unter den Judäern coursirt haben.Warum aber weiß das II. Makkabb. so wenig Anekdoten aus den damaligenVorgängen in Aegypten während des Krieges des Antiochos gegen Philometorund dieses gegen seinen Bruder und von der Versöhnung beider Brüder zuerzählen? Hier war noch eine reichere Ernte für Anekdoten, wenn der Vers,in Aegypten oder in Kyrene gelebt haben soll? Er weiß aber wenig ausAegypten, nicht einmal genau, was Antiochos an Judäa nach dem ersten, undwas er nach dem zweiten Rückzuge aus Aegypten gefrevelt hat. Der Vers.