und dieses auch nur gelegentlich. War denn dieses Haus nicht verzweigt?Mau bedenke, was das zu jener Zeit bedeuten kann. Die Hohenpriester vomHanse Jesna nnd Zadok waren die osficiellen Vertreter des judäischenGemeinwesens, sie waren 7r,>o^r«r«t raß -.«»ä, dagegen die NachkommenSerubabel's waren lediglich Privatpersonen, und doch wendet der Chronistdiesen seine Aufmerksamkeit zu, während er jene nur so obenhin nnd nebenherbehandelt. Darin muß etwas liegen. Zieht man in Betracht, daß auch derChronist in der Anrede Gottes an David im Traume die Worte hervorhebt,daß David's Nachkommen nnd sein Thron für immer dauernsollenlChronikI,17,14,Parall.SamuelII,7,16i: "w-
nr z-:: ^xr::- Li-ir'n, so muß man diese Pointirnng auffallend finden.
Zur Zeit als die Bücher Samuel's und der Könige zusammengestellt wurden,war noch Aussicht vorhanden, daß ein Nachkomme David's dessen Thron ein-nehmen werde. Aber zur Zeit des Chronisten war doch, so sollte man denken,jede Hoffnung auf eine solche Restauration abgeschnitten. Die Erwähnung dergöttlichen Verheißung für den ewigen Bestand der Davidischen Dynastieklänge wie eine Lästerung (Vergl. Ps. 89 und oben S. 114>, wenn der Vers,nicht die Hoffnung hegte, daß dieses Wort sich doch noch erfüllen werde.Der Chronist läßt ferner Salomo bei der Einweihung des Tempels Gott an-flehen, er möge das Antlitz seines Gesalbten nicht abweisen und eingedenk seinder David gegebenen Gnadenverheißung. iChronik 6, 42) i-x
Geht man davon aus, daß der Chronist die messi-anische Erwartung hegte, daß einer von den noch lebenden Nach-kommen Serubabel's, d. h. David's, den Thron besteigen würde, dannist der Grundgedanke des historischen Theils der Chronik enthüllt. Er willeine Apologie für das Haus David's sein.
Es ist einleuchtend, daß die Regierung David's nnd Salomo's von dergünstigsten Seite dargestellt wird. Aber auch bei den übrigen Königen, ihrenNachkommen, ist die apologetische Darstellung nicht zu verkennen, nicht blosbei den frommen, sondern auch bei den schlimmen. In der Verheißung anDavid hatte das göttliche Wort verkündet, daß, wenn seine Nachkommen sün-digen würden, Gott sie zwar züchtigen, aber nicht abthun, seine Gnadenicht von ihnen entziehen würde. Daß diese Verheißung sich erfüllthabe, das nachzuweisen ist offenbar der Zweck der Erzählung der Geschichteder judäischen Könige in der Chronik. In diesem Lichte werden ihre Thatenund Leiden gezeigt. Die Chronik hebt daher hervor, daß die schlimmenKönige wegen ihrer Sünden hart bestraft worden seien, oderdaß sie diese ihre Sünden bereuet hätten. Als Sünden werdenihnen nicht blos Götzendienst, Hochmnth und sittliche Verbrechen angerechnet,sondern auch Verbindung mit heidnischen Völkern und Götzendienern. Reha-beam habe die Lehre Gottes verlaßen, dafür sei er durch Schischak gezüchtigtworden, habe sich in Folge dessen gedemüthigt, und dadurch sei der völligeUntergang abgewendet worden jChron. II, 12, 1—2. 6—7. 12. 14ü — DerKönig Aßa habe sich ans die Ammoniter gestützt und habe den ihn deßwegentadelnden Propheten bestraft, sei dafür durch eine Krankheit gezüchtigt worden