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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Geschichte der Juden.

15.

Mn und Lrhrzwcck der Chronik: ^->2-!.

So viel auch in neuester Zeit für die Chronik gethan wurde, um die vonder rationalistischen Schule ihr angeheftete Schmach zu tilgen und ihr eine gewissequellenmäßige Bedeutung zu vindiciren was namentlich von Bertheau ge-schehen ist so bleibt doch viel Räthselhaftes an ihr. Die zwei Haupttheile,woraus sie besteht, die genealogischen Reihen und die Geschichte der Könige ausdem Hause David's, scheinen völlig überflüssig zu sein. Mögen die Genealogienecht und richtig sein, so sieht man nicht ein, zu welchem Zwecke der Vers, sie demLeser hat vorführen wollen. Mögen die geringen Zusätze zur Königsgeschichtequellenmäßig historisch sein, bedeutend sind sie keineswegs. Der Hauptinhaltder Geschichte ist aus den Büchern Samuel und Könige bekannt. Wozu hatder Vers, das Bekannte noch einmal vorgeführt? Er wollte doch etwa nichtdie genannten Bücher verdrängen oder ihnen Concurrenz machen? Man sagt, derZweck sei gewesen, eine den Bedürfnissen seiner Zeit entsprechende Darstellungder Geschichte des Volkes Israel, besonders des südlichen Theils, mit dem theo-kratischen oder priesterlich-levitischen Maßstab gemessen, zu geben. Allein wederist das Bedürfnis; nach einer andern Auffassung der Geschichte nachgewiesen,noch ist dieses durch die Darstellung befriedigt, da das geschichtlich Neue darinsich auf ein Minimum beläuft, die Genealogien aber scheinbar werthlos sind.

Man muß danach einen andern Maßstab aufsuchen, an dem der Werth derChronik gemessen werden kann, oder vielmehr der Lehrzweck ihres Inhaltes mußermittelt werden. Denn daß der Verfasser seinen Zeitgenossen irgend eine Be-lehrung hat bieten wollen, welche sie aus den bereits genannten Geschichtsbüchernnicht hätten schöpfen können, liegt auf der Hand. Auch mit den Genealogien mußer diesen Zweck verfolgt haben. Geht man von diesem Gesichtspunkte aus, danndürfte sich die Tendenz beider Haupttheile der Chronik, der genealogischen, wie derhistorischen Partien, ermitteln lassen. Es gilt gegenwärtig unter den meistenAuslegern als eine unstreitige Thatsache, daß die Chronik nebst Esra Nehe-mia nur ein einziges Buch bildet, und daß alle drei von einem und demselbenVerfasser componirt worden sind, eine Thatsache, die sich zwar von selbst aus-drängt, aber doch erst um 1834 zu gleicher Zeit von Movers flritischeUnter-suchungen über die Chronik) und von Zunz sin den gottesdienstlichen Vor-trägen) in's Licht gesetzt worden ist. Ebenso wird die Absassungszeit der Chronikzu Ende des Perserreiches gegenwärtig fast allgemein angenommen. Der Ver-fasser hat also in der nach-Nehemianischen Zeit seinen Zeitgenossen ein Buchin die Hand geben wollen, woraus sie eine für sich ersprießliche Lehre odereinen Fingerzeig entnehmen sollten. Was hat er ihnen bieten wollen?

Gehen wir zuerst von den Genealogien aus, welche einen Hauptbestandtheildes Dreibuches ChronikEsraNehemia bilden. Es ist nicht zu verkennen,daß das genealogische Verzeichniß Chronik I, 9,117 sich vollständig mit Ne-hemia 11, 319 deckt und zu einer und derselben Zeit, und zwar währendNehemia's erster Landpflegerschaft ausgestellt wurde. Die scheinbare Divergenz