Note 14.
413
Ursprungs war, ist ein Streitpunkt unter den Mythologen. Rapp behauptetdas Letztere la. n. O. S. 61fg.); Windischman (die persische Amahita,München 1856) hält sie für ureranisch. Flügel identificirt sie mit derArdivi-Cnra, welche gleich einer Gottheit angerufen wird, und der einganzer Aast gewidmet ist ^Spiegel, Avesta III, 43, vergl. das. Einleitung,S. XVII und cranische Alterthümer II. S- 54), wo Anahita als ein persischesWort in der Bedeutung „schmutzlos, rein" erklärt wird. Die Neuperserhaben daraus Nähid, einen Namen für den Planeten Venus, gemacht. Die-jenigen, welche für den semitischen Ursprung der Anaitis plaidiren, berufen sichauf Herodot, welcher tradirt jl, 131), daß die Perser vor den Assyriern undArabern entlehnt hatten, der Urania, d. h. der Aphrodite, zu opfern und siehätten der Mylitta den Namen AnaitiL beigelegt iso muß man nämlich lesen:7/k'oattt 4k xn-.knriai!' statt des corrumpirten Wortes 1/t'ro«^).
Allein der persische Name für diese Gottheit und andere Zeugnisse scheinendoch eher dafür zu sprechen, daß Herodot sich darin geirrt hat, oder daß ihmeine falsche Nachricht zugekommen ist. Die authentische Notiz des Berosus,daß Artaxerxes Mnemon Götterbilder zu verehren angefangen und das Bild-nis; der Anaitis in Babylon, Susa, Ekbatana, Persien, Baktrien, Damaskusund Sardes habe zu verehren besohlen, sagt nicht etwa aus, daß dieser persischeKönig den Anaitis-Cultus zuerst eingeführt habe, sondern daß er die Ndorationihres Bildnisses dekretirt habe. Die Verehrung desselben kann alten Ursprungsgewesen sein. Wäre sie eine Neuerung gewesen und stünde mit der Religions-anschauung der Perser im grellen Widerspruch, so würden die Perser undandere ihren Cultus nicht mit Seelenruhe hingenommen haben. Die Stellelautet bei Clemens Alexandrinus aämonitio adv. xsntss p. 43. Müller, Ira,K.bist. Aiase. II. p. 508, Xo. 16): 1/kr« 4k uki'in, rl<7rcnoi- TrxnrödsvL'
iriüi-, 4r-Apw7rkk4t) Nk',)kti- «vrovx sUkpattch
rodro I/^r«^knLov rov rov 'Ä/ov kkv^/^acruki-ov, öx Traldror'
ri)o Ägopc>4t'r^? Vtti-n74ax r» ki- x«!
e«i TTkoattV Xttl Vtt»4ka<i- vrri-
ak^kt--. Die Pointe in dieser Relation liegt nicht in der Verehrung derAnaitis, sondern in der Verehrung ihres Standbildes. Nach Blau's sinnreicherAuslegung stellen die beiden Figuren, welche sich auf den Satrapenmünzen mitder Legende oder 'v:'': ss. o. S. 407) abgebildet Vorkommen,
die männliche den Omanos und die weibliche die Anaitis vor, die nach StraboSko! Götter mit gemeinschaftlichem Altar, waren; auch der Feuer-
altar fehlt auf diesen Münzen nicht. Die isolirten Buchstaben auf diesen Münzenzrv oder rer geben vielleicht den 'Namen Oman an, wie Blau ebenfalls ver-muthete Zeitschrift d. d. M. G. IX. S. 77. Promotions-Dissertation 1855,x. 11). Aus allem diesem folgt, daß die eranische Theologie keinesweg mono-theistisch war, sondern daß sie mindestens drei oder vier selbstständige, persön-lich gedachte Götter aufstcllte, und ferner, daß die Götter mindestens aufMünzen und Inschriften abgebildct wurden. Es ist daher begreiflich, daß selbstDarms in seinen Inschriften bei Behistun von Ahura-Mazda und „den übrigenGöttern, welche sind", spricht (bei Spiegel, eran. Alterth. II, 27). Die Erhaben-