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Geschichte der Juden.
war und Dariken prägen ließ. Eine Klasse dieser Münzen enthält die Inschrift:d. H.TabalusNinive. Dass diese Münzen in einer persischen Provinzund nicht etwa in einer kleinasiatischen geprägt worden sein müssen, geht daraushervor, daß eine derselben <bei Luynes, Vlanebs VII, Nr, 9) neben der Haupt-Legende auch eine Keilinschrift hat, Blau wies aus Lenophon lAnabasis VII,8 Endes nach, daß unter Artaxerxes II, eine andere Einteilung der Satra-pien stattgefunden hat, Assyrien, das früher zur Satrapie Babylonien gehörthatte, wurde davon getrennt und mit Syrien vereinigt: --<0
Die Hauptstadt Assyriens war damals, neben Ninive,Nisibis, <S, a, a, O, 18S3, S. 487s. In seiner Promotionsdissertation (cksHuinis ^.olinomsnicknrum arnmaso-psrsiois, Leipzig 1855) hat Blau diesesThema noch gründlicher behandelt und kam zum Resultat lp, 7j: dlinivsnsiuwst bliobonornin Vnbali nuworuin astas sst ^rtnxsrxis II, rsAnnw. Itngnoanno 440 a, 6b, boo xsuus prius esss nsguit. Das, p, 13 giebt er die Eigen-heit dieser assyrisch-mesopotamischen Schriftart an. Diese ninivitischen undnisibenischen Münzen beweisen also, das; im vierten Jahrhundert die Bevölke-rung von Assyrien eigene Schriftzeichen hatte. Denn die Legenden aufden Münzen dienten doch wohl dazu, von der Bevölkerung gelesen zu werden,Ueber den Schriftbau dieser Münzen urtheilt Blau folgendes (1855, S, 73):„Es steht durchaus den aramäischen Alphabeten näher — man vergleichenamentlich das der armäisch-ägyptischen Denkmäler — und theilt mit ihnendie Eigenthümlichkeit, sich öfters auffallend von der ursprünglichen Gestalt derZeichen zu entfernen," Diese Schriftart war demnach eine eigene Ab-zweigung des semitischen Alphabets. Da sie in der assyrischenProvinz in Gebrauch war, konnte sie nicht oder Äanögr«
genannt werden? Niemand wird in Abrede stellen wollen, daß sich die indieser Gegend wohnenden Judäer dieser Schriftart bedient haben müssen. Unddiese Voraussetzung führt auf den Grund der Einführung einer anderenSchriftart für das Literaturbedürfniß der Judäer.
Man beurtheilt die Verhältnisse der Judäer falsch, wenn man an sie be-züglich der Schrift oder verwandter Momente den allgemeinen Maaßstab anlegt.Sie bildeten nämlich in der nachexilischen Zeit eine Ausnahme oder empfandenein Bedürfniß, welches anderen Völkern völlig unbekannt war. Erst durchdas babylonische Exil wurden sie das l-nx, das „Volk der Schrift"; sie
begannen erst damals zu lesen und sich mit den Ueberbleibseln ihrer Literaturzu befassen. Besonders stieg der bis dahin wenig beachtete Pentateuchin hoher Werthschätznng, Aber er war — das wird doch allgemein und selbstvon talmudischen Autoritäten mit Ausnahme von de Saulcy zugegeben —in altsemitischer oder althebräischer Schrift geschrieben. Diese konnte in dernachexilischen Zeit nur von Wenigen gelesen werden. Dazu kam noch eineandere Verlegenheit. Viele Judäer waren im Exilslande zurückgeblieben, unddiese standen, wie bekannt ist, in lebhaftem Verkehr mit den Palästinensern,Botschaften und Briefe flogen von dem einen Volkstheil zum Andern hin undzurück. Welcher Schriftart bedienten sich die Judäer im Verkehr unter einander?Die Palästinenser hatten ohne Zweifel das altsemitische Alphabet oder ein ihm