Note 13.
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Der Erste berichtet lIV> 85): Darius habe am Bosporus zwei Säulen ausMarmor errichten und darauf die Namen aller Völker seines Gefolges inassyrischer Schrift — Auuänr« ««r« — aufzeichnen lasten. Thucy-dides <IV. 50) erzählt, daß der bei Artaphernes gefundene Brief in assy-rischer Schrift geschrieben war: Ui!- t7rrura).,'v
ix tw-- ^ Diese astyrische Schrift,
welche Darius zu Inschriften verwendet hat, und welche in Athen gelesen werdenkonnte, war gewiß nicht Keilschrift, wie man früher vermuthet hat, sondernkann nur eine Schriftart gewesen sein, welche auch von Nicht-Persern gelesenwerden konnte. Wir werden später sehen, daß diese Benennung nicht willkür-lich ist, sondern die Abstammung richtig bezeichnet.
Zur Begründung der Entwickelungstheorie wird gegenwärtig allgemein folgen-des Raisonnement geltend gemacht. Das altphönicische oder semitische Alphabethat viele Metamorphosen durchgemacht selbst innerhalb der semitischen Völker-samilien, es hat allmühlig den aramäischen Schriftcharakter angenommen, und ausdieser ist die Quadratform entstanden. Die Schriftzeichen der Judäer, welcheursprünglich nichts anderes als das altphönicische Alphabet waren, hätten sich inihrer Mitte ebenso verwandelt, und die heilige Schrift habe diese Wandlung durch-gemacht. Sie sei zuerst im altphönicischen Alphabet geschrieben gewesen, und habedann von Jahrhundert zu Jahrhundert sich fortgebildet, analog dem Schriftcharakterihrer Umgebung, bis sie endgiltig die Ouadratsorm angenommen habe. Wie altdiese Form sei, läßt sich nicht mit Bestimmtheit behaupten. Das älteste Schrift-denkmal in einer der Ouadratschrift ähnlichen Schriftart findet sich auf einemSargdeckel des sogenannten St. Jacob-Grabes im Kidron-Thale bei Jeru-salem. Sie wird die Inschrift der Louo-OliorUr genannt. Deutlich lesen sichmanche Worte: -ar'i-xl- -^p)nr.
Wie alt ist diese Grabschrift? De Vogue, der sie zuerst veröffentlicht hatPerus ^rodvol. 1864 p. 200 tz.), setzte die Zeit anfangs unbestimmt in'serste vorchristl. Jahrhundert. De Saulcy dagegen behauptete, sie gehöre derZeit vor 255 an, also einem Jahrhundert vor der Makkabäerzeit 4t. .4. 1865p. 137 tz.). De Vogue gab später das höhere Alter dieser Grabschrift zu,mir behauptete er, sie stamme aus der Zeit des griechischen Einflusses inJudäa, da der Styl des Sarges einen dorischen Charakter verrathe. Ergerieth aber dadurch in Widerspruch mit seiner eigenen Theorie. Denn inArak-el-Emir jenseits des Jordan ist ein Grabmonument in einer Grotteentdeckt worden, welches an einer Stelle in großen Buchstaben von 20 Centi-meter in einer der altphönicischen ähnlichen Schriftart den Namen hat.
Ein wenig voreilig hatte De Vogue diese Grotte mit jener identificirt,welche der Tobiassohn HyrkanoS, nach Josephus' Beschreibung, sich alsZufluchtsstätte bei Hesbon habe erbauen lassen. Er nahm demzufolge an,daß diese Grotteninschrift aus dem Jahre 176 vorchr. Zeit stamme. Darausergäbe sich aber, daß die Judäer sich noch im zweiten Jahrhundert desarchaistischen Schriftcharakters bedient haben, und trotzdem soll die Inschrift derLeutz-Oüsmr in Buchstaben mit moderner Form eben so alt, vielleicht nochälter sein! Wo bleibt da die Theorie der Entwicklung der einen Schriftart
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