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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Geschichte der Juden.

tirten. Wäre die Entwickelung der einen Schriftart aus der andern allmäligvor sich gegangen, und hätte die ausgebildete ihren Abschluß im zweiten, drittenoder fünften Jahrhunderte ants erhalten, dann wäre es ja räthselhaft, warumdenn die Samaritaner diese Entwickelung nicht mitgemacht haben sollten. Soabgeschlossen lebten sie nicht, daß sie nicht Kunde von der allmüligen Umwand-lung des semitischen Schriftcharakters gehabt haben sollten. Im Gegentheilzur Zeit der Macedonierherrschaft standen sie in innigerem Contakt mit denNachbarvölkern als die Judäer. Skrupulöser als diese bezüglich ihres heiligenBuches waren sie ebenso wenig. Warum haben sie es verschmäht, mit derAusbildung der Schrift Schritt zu halten, oder, sachgemäßer formulirt: Warumhaben ihre Abschreiber, welche doch die Schristwandlung vor Augen hatten, denalten Schristcharakter zäh festgehalten? Auf diese Thatsache sind die Archäo-logen nicht eingegangen. Aber sie ist vernichtend für die Entwicklungshypo-these. Die Thatsache ist nur dadurch zu erklären, daß die Samaritaner ausOpposition und Antagonismus gegen die Judäer die alte Schriftart beibehaltenhaben müssen. In der That bürdeten sie den Judäern die Neuerung alsKetzerei auf, daß Esra und Serubabel die hebräische Schrift geändert, mehrBuchstaben eingeführt und überhaupt die Thora in einer neueren Schrift ge-schrieben hätten. Diese Anklage der Ketzerei wird zwar erst von Abulfatacherhoben, aber sie stammt aus alter Zeit. Sie ist aber nur verständlich, wenndie Neuerung von Seiten der Judäer einen auffallenden Charakter gehabt,nicht aber, wenn die Schriftzeichen, deren sich die Judäer für den Pentateuchbedienten, sich von Jahrhundert zu Jahrhundert geändert hätten.

Indessen gehen wir auf die Entwicklung des semitischen Alphabets näherein. Seitdem durch reiches Material von verschiedenen älteren und jüngerenInschriften die Mannigfaltigkeit dieses Alphabets klassificirt werden konnte,wird es in drei von einander abweichende Gruppen eingetheilt: 1. das alt-phönicische lnrchaistischej, 2. das aramäische und 3. das neuhebräischeoder das Quadrat-Alphabet. Die erste Klasse wird reprüsentirt durch diephönicischen Inschriften, Siegel, Cylinder und ganz besonders durch die Inschriftdes Mesa-Blockes aus Moabitis. Die dritte Klasse hat ihre Vertretung nichtnur durch die hebräische Ouadratschrift, sondern auch durch die PalmyrenischenInschriften, die cts Vo^ in L^ris Osntrals zusammengestellt hat. Ob dasnabatäische Alphabet, die Inschriften auf der Sinai-Halbinsel und in Hnnran,das syrische Estranghelo und die arabischen Schriftzeichen sich aus der Ouadrat-schrift ausgebildet haben oder aus einer andern Form stammen, ist für unsereUntersuchung gleichgiltig. -Uns beschäftigt gegenwärtig die zweite Klasse,welche, wenn ich nicht irre, Kopp zuerst das aramäische Alphabet genannthat, und diese Benennung ist von Gesenius Monumenta soripturao pdouioaöund von äs VoAus (ausführlich in Lsvns ^rodsotoAigus 1864 p. 204 tz. t88öp. 329 tz.j, und von Andern beibehalten worden. Sie ist davon hergenonnnen,daß die Sprache, welche durch diesen Schriftcharakter ausgedrückt wird, größtentheilsaramäisch klingt. DieseBenennnng ist aber, nebenher bemerkt,weder ganz berechtigt,noch orientirend. Viel berechtigter wäre die Benennung assyrische Schriftart.Denn dafür kann man doch die Autorität Herodots und Thucydides' anführen.