Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
385
Einzelbild herunterladen
 

Note 10.

385

Diese» Kriterium der exilischen Abfassungszeit giebt die Gewißheit an dieHand, daß auch das Proömium zu Mischte der exilischen Zeit angehört. Die-selbe Redeweise wie in Deutero-Jesaia und in den exilischen Psalmen findet sichhier (2,21): ^ix-o rrir'n^i n: iinii z-ix i::':i i:

-::: iri 2 i Lin::*. Die Bezeichnung der ^naviiu fehlt auch hier nicht l3, 34):zu INI Lii::'?'. Die verwilderten Zustande, das Näuberleben und das Lasterder Unzucht, die Parallelen mit Deutero-Jesaia, die Hinweisung auf den Wieder-besitz des Landes für die Frommen, alle diese Momente weisen das Proömiumder exilischen Zeit zu. Dazu kommen noch einige Eigenthümlichkeiten. Derägyptische Stoff <7,16) «»ö,-,« und zwar die Betttücher aus feinem ägyp-tischen Linnen, öAö-att k)-xo-,u^rp,tt, Z"-X was sonst in der

Bibel nicht vorkommt, weist auf Babel hin. Ebenso die Handelsgeschäfte mitweiten Reisen verbunden (7,1920 : i-m: npi- :::ri p^nui: -y 1 : -zi-n.

Diese Abfassungszeit läßt sich auch noch von einer anderen Seite erhärten.Delitzsch ist meines Wissens der einzige, welcher die nahe Verwandtschaft desProömium mit dem Stücke 22, 1724, 22 (das von dem Folgenden durchnfix :: gesondert ist), erkannt hat lHerzog, Real.Encycl. XIV, S.707 fg.vEs ist geradezu auffallend, daß diese Verwandtschaft nicht früher erkannt wurde>md noch gegenwärtig nicht anerkannt ist. Der ganze Ton des letzten StückesIliiigt wie in der Einleitung. Die Anrede an 1 ::, die Warnung vor Unzuchtund Gemaltthätigkeit, die Empfehlung zur Vorsicht bei Bürgschaft, Alles er-innert in dieser Partie an das Proömium. Man kann sie daher geradezu einNachwort nennen. Das Verhältniß läßt sich der Art denken. Der Verfasserhat eine alte Spruchsammlung lKap. 1022) aufgefrischt und sie mit einem Vor-worte und Nachworte versehen. Die Anlage der letzten Partie giebt sich ebenals Nachwort lV. 22,17): ::-i -z:ix :ri bezieht sich nämlich auf

die Einleitung (11, 6): ti^iuni V-ni-. Die Vorgefundene Samm-lung bezeichnender Verfasser als und fordert die Leser auf, sich

sw zu merken und zu beherzigen. Ja, er empfiehlt, sie auswendig zu lernen1811: iuuw ^ erinnert daran, daß er kurz vorher der-gleichen geschrieben l20): urui u-n::: xNri. Das Ketib

kann nichts anderes bedeuten, alsvorgestern" wie Jbn-Esra, Um-breit und noch einige neuere Exegeten es auffassen. Jede andere Erklärung»ach Keri ist gezwungen. Aber das, was er schon früher geschrieben,

will er jetzt wieder einprägen lV. 19): i:x rrvn °V"'Nin un-n? i-iinsii'r:: "unu: xi-n ln^r) nnx. So werden ja augenfällig hier drei Stücke

unterschieden: 1. Die alte Sammlung 1 ':-:, welche

auswendig gelernt werden soll, 2. die Einleitung, die derVerfaffervorgestern"geschrieben hat, und 3. die Ermahnung, die er heute, eben jetzt :x LVnw" giebt. Vgl. K. II, 14, 14.

Man ist also kritisch berechtigt, Einleitung und Nachwort als das Erzeug-nis eines und desselben Verfassers anzusehen und in eine und dieselbe Zeit zuletzen. Dieses Nachwort hat aber auffallende Parallelen mit exilischen Psalmen,bie nicht Hütten übersehen werden sollen:

Graetz, Geschichte der Juden. II. 2. Hälfte.

25