Note 10.
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der Eregeten weit auseinander. Aus den meistens isolirten und unter einanderunzusammenhängenden Sentenzen des zweiten Theiles wird sich schwerlich dieAbfassungszeit derselben ermitteln lassen, nnd eben so wenig die der Appen-dixes. Wohl aber dürfte die Entstehungszeit des ersten und dritten Theilssich mit einiger Wahrscheinlichkeit feststellen lassen. Wir müssen von dem erstenTheil ausgehen. Dieser giebt sich selbst als Einleitung zur ganzen Sammlungzu erkennen. Er giebt nämlich selbst den Zweck der Spruchsammlung an. DieserZweck sei, den Unerfahrenen und Jüngeren Lebensklugheit, Erkenntniß und Ueber-legung zu gewähren <1, 4): nroM i-ri ir'-h- nr-nr' i-r^, aber auch
den Weisen und Verständigen, welche sich aus eigener Erfahrung gewisse Lehrenabstrahirt haben, noch mehr Einsicht zu verschaffen, die sie aus ihrer Sphärenicht erkannt haben können >1,6): npi: r-mr."';
vergl. noch 9, 9. Der Verfasser der Einleitung giebt auch das Motiv an, das ihnbewogen hat, dieselbe voranzuschicken: Weil er nämlich wahrgenommen habe, daßdie Gottesfurcht, das Erste aller Erkenntniß, die Weisheit und die Lehre derSittlichkeit in seinem Zeitalter verachtet werden <1,7): — r-rm — 'n
u: iLM N'ovn. Dieser Vers ist nicht ein Motto zur ganzen Einleitung,
sondern der Anfang derselben. Das, was dieser Theil gegen Ende als die Haupt-summe der Erkenntniß aufstellt <9,10): nMip Mii 'n iXii n-o-m
und was die Freunde Hiob's, die Vertreter der altisraelitischen Anschauung, alsdas Alpha und Omega hervorheben kHiob 28, 28): iM 'n zn
o:': das nimmt der Verfasser der Einleitung vorweg: „die Gottesfurcht,
als Anfang und Bestes der Weisheit" verachten die Thoren <vergl. noch 1, 29).Diese Thoren und Unerfahrenen, welche aus Unwissenheit und aus Mangel anlleberlegung, von welchen Folgen ihre Handlungen begleitet seien, will er be-lehren. Daher die öfter angebrachte Anrede oder und die Apostrophean die sl, 22; 8, 5; 9, 6). Es kommt also darauf an, zu bestimmen^
mlcher Zeit diese Einleitung angehört. Was bisher darüber bemerkt wurde,isi weit entfernt zu befriedigen.
Unverkennbar warnt dieser Theil ganz besonders vor zwei grob en Lastern,vorRäub erei und vor Unzucht. Die Verführung zum Straßenraub, der selbstvor Mord nicht zurückschreckt, ist 1,11—14 geschildert. Noch drastischer ist dieSchilderung der Verführung zur Unzucht 7, 6-22. In welcher Zeit warendiese beiden groben Laster unter den Israeliten oder Judäern im Schwange?Ziehen wir Deutero-Jesaia zu Rathe. In Kap. 59 wird ein ganzes Register vonAnden und Lastern aufgezählt, welche eine Scheidewand zwischen Gott undseinem Volke bilden >V. 2): Unter
den Lastern wird besonders Mord und Blutvergießen hervorgehoben lV. 3):'Hxn: Lv-r: -v. In dieser Aufzählung kommt ein VersMs?): "V? der ganz ebenso in dem
Einleitungstheil zu den Sprüchen lautet 11,16): Mi'' snh
°s-:n:h. Ist diese Gleichheit des Ausdruckes bei zwei verschiedenen Schrift-stellern zufällig? Man hat diese Parallele durch Entlehnung erklärt. Allein esisi nicht die einzige Parallele bei Deutero-Jesaia und beim Proemium zu denSprüchen; sdas.2,15). vnii-n ^'22 vninnix iu:x, (Jesaia59,8):