Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
361
Einzelbild herunterladen
 

Jnda's Angriffe gegen die Griechlinge.

361

dm einflußreichen Männern in Rom, daß ihm gestattet werde, nachAntiochien zurückzukehren und den ihm rechtmäßig gebührendenThron einzunehmen. Spräche Rom das Wort Absetzung gegenEupator aus, so wäre auch er verloren. Darum verhielt sich LysiaZi)still, ganz still, um nicht die Aufmerksamkeit des mächtigen Romauf sich zu lenken. Diese Unthätigkeit des syrischen Regenten be-nutzte Juda Makkabi, um die unbehagliche Lage im Innern zuverbessern. Sie war nämlich sonderbar gestaltet.

In Jerusalem waren nah au einander zwei befestigte Plätze,von denen aus die feindlichen Parteien täglich Zerstörung undTod einander zuschleuderten. In der Akra oder Birah, nord-westlich vom Tempel, hausten noch immer die Hellenisten mit ihremAsterhohenpriester Menelaos, die, obwohl von dem syrischen Hofeverlassen, sich dennoch behaupteten und ihre Feindseligkeiten gegendie Nationalgesinnten und Treugebliebenen und gegen das Hei-ligthum fortsetzten?). Um ihre Angriffe auf den Tempel un-schädlich zu machen, hatte Inda diesen mit einer hohen Mauerumgeben und mit Thürmen versehen lassen. Woher die HellenistenMundvorrath bezogen, da sie von der Außenwelt abgeschnitteu, nurauf die befestigte Burg angewiesen waren, bleibt räthselhaft, und ebenso, wie sie den Verkehr nach Außen unterhalten konnten. Sie müssen da-bei sehr listig und unterirdisch zu Werke gegangen sein. Wie lange sollteaber dieser fortwährende Krieg von zwei nahgerückten verschanztenLagern aus dauern? Juda Makkabi traf Anstalten, ihm ein Endezu machen. Er unternahm mit seinen Kriegern eine förmliche Be-lagerung gegen die Akra, errichtete Wälle und stellte Wursmaschinenauf, um Felsstücke gegen die Mauern zu schleudern. In dieser

Bedrängniß suchten einige Hellenisten die Einschließung zu durch-brechen, um zu dem jungen König Eupator zu gelangen, ihm ihr

y Die Angabe Makkabb. II, 11, 14 fg., daß Lysias und Eupator nachEpiphanes' Tod Frieden mit Makkabi geschlossen, ist durchaus erdichtet, und diedaselbst mitgethcilten urkundlichen Briefe haben keine Spur von Echtheit. Ab-gesehen von dem unrichtigen Datum 148 8sl., als dem Todesjahr des Epiphanes,ist es ganz undenkbar, das; Menclaos als Vermittler zwischen Juda Makkabiand dem syrischen Hof ausgetreten sein soll (das. 11, 28, 32-. Noch undenk-barer ist es, daß die Römer dabei eine Vermittlerrolle gespielt haben sollenibl fg.s. Die dort mitgethcilten 4 Briefe sind eben so gemacht, wie der juden-sreundliche Brief des Antiochos Epiphanes, das. 9, 18 fg.

2 Makk. I, 6, 19.