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Geschichte der Juden-
Schatz füllen zu können. Von Geldnoth getrieben, hatte er einenZng nach der Stadt Susa in Elymais unternommen, um die dortin einem Tempel der Göttin Anaitis aufgehäuften Schätze zuplündern. Aber die Einwohner hatten sich ihm widersetzt und znmAbzug gezwungen. Darauf war er in eine Krankheit in der per-sischen Stadt Ta bä verfallen und hatte im Wahnsinn sein Lebenausgehaucht (December 164). Er, der ein göttliches Wesen undgöttliche Gerechtigkeit verspottete und darum Schändung des denMenschen Heiligen mit Seelenruhe beging, wurde zuletzt an sichirre, da alle seine Pläne kläglich gescheitert waren. Es ist wohlglaublich, daß er die Tempelschändungen auf dem Todtenbette bereuthat oder deswegen in Raserei verfallen war^). Wahnwitz warjedenfalls seine letzte Verfügung, als er einen seiner Vertranten,Philippos, zum Rcichsverweser und Vormund seines jungenSohnes, Antiochos V., eingesetzt hatte, obwohl er bereits vor seinemunternommenen Zuge Lysias unbeschränkte Vollmacht ertheilt hatte.Werden diese beiden Nebenbuhler nicht einander zu bekämpfensuchen und dadurch sein Land in arge Zerrüttung versetzen? Inder That war seine letztwillige Verfügung verhänguißvoll für dassyrisch-macedonische Reich und die seleucidische Herrscherfamilie.
Antiochos' Tod brachte keine Veränderung in der Lage derJudäer hervor. Lysias herrschte nach wie vor, so als Vormunddes jungen Königs Antiochos V. Eupator (Decemb. 164 bisNov. 162), wie früher als Statthalter, und blieb den Judäerngegenüber uuthätig. Er hatte jetzt noch mehr Grund, die ihm znGebote stehenden Kräfte nicht zu zersplittern, weil ihm zwei Feindeauflauerten. Von der einen Seite konnte Philipp os jeden Tageintresfen, durch Vorzeigung des von Antiochos Epiphanes auf demTodtenbette ihm überreichten Siegelringes sein Recht als Vormundund Reichsverweser geltend machen und ihn verdrängen, und auf derandern Seite wühlte der Prinz Demetrios — das wußte Lysias —der als Geisel in Rom zurückgehalten wurde, beim Senat und
tz Polybius tradirt, als Zeitgenosse, über AntiochoS' Lebensende: 4«,,»»-löx und zwar weil er Wahrzeichen wahrzunehmen geglaubt,
daß er wegen der versuchten Tcmpelschändung in Elymais dem Tode verfalle.Hat ihm dieses Seelenpein verursacht, so hat die Nachricht des Makkabb.I, 6, 10 fg. einen Anhalt, daß ihm peinliche Erinnerungen wegen seiner voll-zogenen Unthaten in Jerusalem aufgestiegcn sind.