344
Geschichte der Juden.
ließ seine Heeresabtheilungen — man schätzte sie übertrieben auf40,000 mit Reiterei — längs der Meeresebene den Weg in'zHerz Judäa's nehmen. Samaritaner und Philister, alle Erzfeindeder Judäer, stellten sich ihm zur Verfügung fi. So gewiß war erseines Sieges, daß er Sklavenhändler aufforderte, sich mit ihrenGeldbeuteln und Fesseln in sein Lager zum Ankauf von Judäerneinzufinden — je neunzig Seelen für ein Talent soll er angebotenhaben. Der syrische Truppenführer fand es rathsamer, statt dieJudäer todtzuschlagen, sie vielmehr als Sklaven zu verkaufen undaus dem Erlös den Rest der Kriegsschuld an die Römer zu zahlen.Während über ihre Leiber Abschlüsse gemacht wurden, versammeltensich die judäischen Krieger um ihren Helden Juda Makkabi', siezählten indeß bereits Sechstausend^. Ehe ihr Führer sie insTreffen führte, gedachte er sie mit dem Geiste hingebenden Helden-muthes zu erfüllen. Er veranstaltete eine feierliche Versammlungauf der Bergstadt Mizpah, (zwei Stunden von Jerusalem ent-fernt). Bemerkenswerthe Wiederholung! Neun Jahrhunderte vorherhatte der Prophet Samuel in ähnlicher Bedrängniß des Volkes andemselben Orte eine ähnliche Versammlung zusammenberufen, umeinen Führer zur Bekämpfung des die Vernichtung Jsrael's planendenFeindes zu wählen. Mizpah wählte Juda deswegen zum Betplatz,weil es nach der Tempelzerstörung unter Gedalja für den Ueberrestder Judäer als Mittelpunkt gedient und auch damals einen kleinenTempel hatte. Da es unmöglich war, in Jerusalem zur Andachtzusammenzukommen, weil das Heiligthum zertreten war, und dieFrevler in der Akra hausten, so schien Mizpah eine geeignete Stättezum Gebete. Eine Menge Volks aus den Nachbarstädten hatte sichdazu eingefuuden, um an dem feierlichen Bettag Theil zu nehmen.Auch Nasiräer, welche sich eine bestimmte Zeit des Weines enthaltenhatten und zur Entbindung von ihrem Gelübde des Tempels bedurften,waren nach Mizpah gekommen. Die Versammlung war tief ergriffen;
y Das. 1, 3. 42. kann nicht richtig sein, obwohl sämmt-
liche Verff. dasselbe haben; man muß lesen d. h. s'w'ain.' wie
Neh. 3, 34.
2) Das. 4, 5 und auch bei Josephus 3000. Dagegen hat II, 8. 16 und 22die Zahl 6000. Der Widerspruch kann aus einem Schreibfehler im hebr. Textentstanden sein, nämlich: u'ri-x n'a':- statt r-ww; das !- kann aus dem
Worte ausgefallen sein.