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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Das Buch Daniel.

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lossagen mochten. Das Eine verhieß einen unerwartet günstigenAusgang durch Wunder, und das Andere setzte die Hoffnung inden ganz natürlichen Verlauf der Dinge und deutete Mittel an,wie die drohende Gefahr, vom Erdboden vertilgt und ausgerottetzu werden, beschworen werden könnte. Das Buch Daniel und dasBuch Esther veranschaulichen die tiefe Bewegung und das krampf-hafte Zucken des judäischen Volkes in der unerhörten Drangsalszeitin zwei verschiedenen Kreisen, von denen dem einen die religiöseaus das Alterthum gestützte Seite des Judenthums heilig unddem andern die nationale Seite des judäischen Volksthnmstheuer war. Beide haben eine gemeinschaftliche Seite; sie betonendie ilnvergänglichkeit und Unvertilgbarkeit des judäischen Stammes.

Das Buch Daniel hat seinen Namen von der Hauptperson,welche darin redend, handelnd und die Zukunft verheißend anf-gesührt wird. Daniel, so wird darin erzählt, gehörte zu den Jüng-lingen vornehmen Geschlechtes, die mit König Jojakim unterNebukadnczar nach Babylon verpflanzt worden seien. Er und dreiGenossen, Ananija, Mischael und Azaria, ausgezeichnet durchlächerliche Schönheit und geistige Begabung, erhielten an dem baby-lonischen Hofe eine sorgfältige Erziehung, um in Gegenwart des KönigsEhrendienste übernehmen zu können. Sie wurden auch in derSprache und im Schriftthum der Chaldäer unterrichtet und über-trafen sämmtliche chaldäische Altersgenossen, welche die gleiche Er-ziehung erhalten hatten, bei weitem an Weisheit und selbst anWahrsagerkunst, worin die Chaldäer in einem besonderen Rufe standen.Daniel zeichnete sich aber am meisten darin aus, mehr noch alsseine drei judäischen jungen Freunde. Der Lehrzweck dieser halbin chaldäischer und halb in hebräischer Sprache verfaßten, künst-lerisch angelegten apokalyptischen, Schrift geht dahin, Beispieleder Standhaftigkeit in der religiösen Ueberzeugung, lebendig undeindringlich vorzuführeu, dazu zu ermahnen und zum Bewußtsein zubringen, daß die grausige Prüfung, die blutige Verfolgung desVolkes um des Gesetzes willen nicht lange dauern werde. Auch dieFrömmsten und Treuesten konnten sich der Zweifel an der fort-dauernden göttlichen Gnade nicht erwehren, da kein Prophet denZweck des Leidensstandes und die Dauer desselben verkündeteI". S. 320). Das Buch Daniel wollte nach dieser Seite hin be-ruhigen. Die prophetische Vorausverkündung sei nicht völlig in