Die Zeitlage unter dem Tobiassohn.
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leicht auch ans Eifersucht, das; er in der Gunst des Königs in sokurzer Zeit so hoch gestiegen war, daß er ihn selbst oerdunkelte.Hyrkanos konnte daher nicht in Jerusalem bleiben und kehrte wahr-scheinlich nach Alexandrien zurück.
Noch war die Zwietracht ans das Haus des Tobiassohnesbeschränkt und hatte noch nicht das Volk oder richtiger die EinwohnerJerusalems ergriffen. Man hatte hier noch keine Ahnung davon,daß aus der einreißenden Zwiespältigkeit dieses Hauses und ausdessen Hinneigung zum griechischen Wesen und zu griechischen Ver-irrungen unsägliches Leid über das Volk hereinbrechcn würde. DieGegenwart erschien noch auf freundlicher Bildfläche. Judäa genoß fürden Augenblick Ruhe und Lebensbehaglichkeit. Wohlstand war imLande verbreitet und gab Mittel an die Hand, das Leben zu ver-schönern. Die Nachbarvölker beugten ihr Haupt vor dem politischer;Führer des Volkes und wagten nicht, es wie früher anzugreifen odermit Verachtung zu behandeln. Seit Nehemia war ein solcher be-friedigender Zustand nicht in Judäa. Es konnte daher in dieser Zeitein dichterisches Kunstwerk entstehen, welches einen rosigen Schimmerüber die Oberfläche der damaligen Gegenwart verbreitet und friedliche,glückliche und heitere Tage voraussetzt. Es ist ein Liebesgedicht, in demsich ein wolkenloser Himmel, grüne Matten, duftende Blütchen undbesonders eine sorgenfreie Heiterkeit des Gemüthes abspiegeln, alsgäbe cs nichts Ernsteres, als ans Myrrhenbergen zu wandeln, unterLilien zu weiden, einander Liebesworte zuznflüstern und in Seligkeitdes Augenblickes zu schwelgen. Das hohe Lied (Schir Ha-Schirim?),ein Kind sorgenentfeffelter Tage und Lebensfreudigkeit, in welchemdie hebräische Sprache gezeigt hat, daß sie auch Weichheit und Tiefeder Empfindungen, den Schmelz feinfühliger Rede und Gegenredeund malerische Naturpocsie wiedcrzugeben im Stande ist, wurde mithoher Wahrscheinlichkeit in dieser windstillen Zeit, welche einem Sturm
h Joscphus das. 4, 9. Hier ist zwar angegeben, daß Hprkanos sich nachPcräa begeben und dort den Völkerschaften Tribut aufgelegt habe. Allein diesesFactum setzte Josephus selbst (das. 4,11) in spätere Zeit, zur Zeit der Regierungdes Sclenkos Philopator (187—175). Bor dieser Zeit muß Hyrkanos in Jeru-salem gewesen sein. Denn durch ihn entstand in der judäischen HauptstadtParteiung. Möglich, daß an der ersten Stelle bei Joscphus, eine Lücke ist.
-) Vergl. darüber Graetz, 8obir ba-Lobirim, das Salomonische Hohe-lied 1871.
Graetz. Geschichte der Juden. II. 2. Hälfte.
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