Joseph der Tobiassohn.
253
So oft Geschäfte den Tobiassohn nach Alexandrien führten,genoß er die zweideutige Ehre, zu des Königs Schmauserei geladen»nd in die Dionysioszunft ausgenommen zu werden. Bei einem Ge-lage verliebte er sich in eine der unzüchtigen Tänzerinnen, die beisolchen Gelegenheiten nicht fehlten. Die Fleischeslust übermannteden Enkel des Hohenpriesters Simon des Gerechten so sehr, daßer sich seinem Bruder Solymios eröffnete und ihn dringendbat, ihm die Buhlerin heimlich zuznsührcn, da das Gesetz des Juden-ihums ihm verbiete, sich einer Fremden zu nähern. So weit hatteihn der vertraute Verkehr mit den der Sinnlichkeit fröhnendenGriechen gebracht, und er war damals schon Vater von siebenSöhnen. Und der Bruder war nur zu gefällig gegen ihn, aber ergedachte dessen Ehre zu retten. Solymios war auch nach. Alexan-drien gekommen und hatte seine Tochter mitgenommen, um sie aneinen reichen und vornehmen Stammgenossen zu verheirathen. Umaber seinen Bruder vor einem Schritt zu bewahren, der ihm Schandehätte bringen können, soll er seine eigene Tochter in dem Aufzug derbegehrten Tänzerin seinem lüsternen Bruder zugeführt und dieserin der Trunkenheit geglaubt haben, die Buhlerin zu umarmen.Als Joseph endlich — nicht zum Bewußtsein seiner Sünde gekommen,aber von dem Umgang mit der vermeintlichen Tänzerin von Seitendes Königs Gefahr fürchtete, soll ihm der Bruder die von ihmangewandte List entdeckt, und Joseph die Untergeschobene zur Fraugenommen haben. Die Frucht dieses nicht sehr keuschen Verhält-nisses soll sein jüngster Sohn, Namens Hyrkanos?), gewesensein, der die Zwietracht ins Haus Juda's bringen sollte.
Von dieser sittlichen Fäulniß blieb Jerusalem nicht verschont,Joseph und seine Genossen schleppten sie aus Alexandrien ein. Dader König, sein Gönner, so viel Werth auf den Weingott Dionysios
y Man vergegenwärtige sich die beiden Angaben iJoscphus Alterth. XII,I, K) äklmnäi' 7,?, daß Joseph beim König speiste und 7-77«
rö äz^ALL-, daß er in der Trunkenheit nicht wußte, wen erumarmte, und dagegen das Hcrvorheben in Daniel .'u — rr: rS vwx
vre.": ^21 daß sich Daniel an den Leckerbissen und dem Gelagenwein
des Königs nicht verunreinigen mochte; diese Züge veranschaulichen den schroffenGegensatz zwischen den Hellenisten und Chaßidäern.
2 > Josephus das. Doch scheint, was Hyrkanos' Geburt betrifft, auf Ver-leumdung zu beruhen, welche seine ihm feindlichen Brüder vereinbart habenmögen.