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Geschichte der Juden.
der Erinnerungs-armen Zeit ragt sein Name wie ein gipselhoherund laubreicher Baum aus einer öden Gegend heraus. Die Sagehat sich seiner bemächtigt und hat ihm Wunderdinge angedichtetund Vieles beigelegt, was vielleicht durch seine Anregung vonSpätern ins Leben gerufen wurde. Das ist jedenfalls ein günstigesZeugniß für eine geschichtliche Persönlichkeit und ihr tiefes Ein-greifen in einen großen Kreis, wenn die Sage deren Lob verkündet.Weiß die beglaubigte Geschichte auch nicht viel von Simeon I. z„erzählen, so lassen doch die wenigen Züge, die sie erhalten hat, ihnals einen Mann von hoher Bedeutung erkennen. Er war über-
haupt der einzige Hohepriester aus dem Hause Jesua oder Jozadak,von dem sie Rühmliches zu erzählen weiß. Von seinen acht Vor-
gängern ist keinerlei Verdienst verzeichnet, und einige derselben, selbstihr Stammvater waren nicht frei von Makel, haben mehr selbst-süchtig, als zum Wohl des Gemeinwesens gehandelt.
n" nv 2 n. Man muß also lesen statt xnrrn „der Fromme"
Simon Justus, und nur S. I wird so genannt. Von S. IIhat Josephus keinen einzigen günstigen Zug erhalten, im Gegcntheil, er erzähltvon ihm, er habe es mit Tobia's Söhnen gehalten, was kein günstiges Licht aufseine Frömmigkeit wirft; denn diese waren die Förderer des das
Gesetz verhöhnenden Hellenismus. — Die Erzählung in Makkabb. III von einemH. P. Simon zur Zeit Philopator's, dessen Gebet gegen die von diesem Königebeabsichtigte Tcmpelentweihung Erhörung gefunden, ist in allen Theilen zu sagen-haft, als daß man sich darauf berufen könnte, daß auch S. II. als „fromm"gegolten habe. Josephus weiß nichts von Philopator's Anwesenheit in Jerusalemund noch weniger von dessen Befehl der Elephantenhetze gegen die JudäerAlexandrien's. Dieses Factum verlegt er chontra, ^pionsm I, 5) unter Ptolm.VII. Physkon. So bleibt nur Simon I., der Justus genannt zu werden verdiente,und ihn hat Sirach aus guten Gründen als Ideal vorgeführt; vergl. weiterunten. — lieber seine Lebenszeit giebt es zwar keinen sicheren Anhaltepunkt.Die talmndische Ueberlicfernng macht ihn zum Zeitgenossen Alexander's undgiebt ihm 40 Fnnctionsjahre. Eusebius setzt ihn zwischen Olympiade 120—121,d. h. um 300 v. Ehr. blühen und die Patristik giebt ihm 20 I. Functionsdauer.Seine Lebenszeit läßt sich daher nur annähernd bestimmen. Sein Enkel vonder Tochter, der Tobiassohn Joseph, verwaltete die Stcuerpacht 22 Jahreunter Euergetes Philopator. Diese 22 Jahre hat Stark mit gewichtigen Ar-gumenten um 229—207 angesctzt (Gaza, S. 416) gegen Dropsen und Mominsen.Mag Joseph auch bei der Ilebcrnahme der Pacht noch jung gewesen sein, wieJosephus andcutct, so muß sein Geburtsjahr doch um 250 angesctzt werden unddas seiner Mutter um 270. Folglich fällt Simon's Blüthczeit zwischen 300 —27V.Vergl. oben S. 229 ü. weiter unten über ein subsidiäres chronologisches Moment.