Alexander der Große.
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erschienen sei und ihm Siege verheißen habe'). Eine Sage läßtden Hohenpriester Jaddua, und eine andere seinen Enkel Simondiesen imposanten Eindruck auf den makedonischen Sieger Hervor-bringen.
Das Zusammentreffen Alexanders mit den Vertretern des judäi-schen Gemeinwesens ist ohne Zweifel einfach vor sich gegangen. Der
Josephus' Bericht von Alexanders Verhältnis; zu Judäa, Alterth.XI, 8,3bis 6 ist mit Recht als sagenhaft erklärt worden, schon aus dein Grunde, weiler Sanballat, den Tempelbau auf Gerisim und Manasse anachronistisch damit inVerbindung bringt. Er scheint durch Mißverständniß einer ihm vorgelegenenQuelle auf diese Verwirrung der historischen Vorgänge geführt worden zu sein.Richclson suchte zwar Josephus' Angabe zum Theil zu retten (Studien undKritiken, Jahrg. 1871, S. 460). Er beruft sich auf die ähnliche Erzählung vonAlexander's Zusammentreffen mit dem Hohenpriester in Talmud (Jorna p. 69nund daraus Megillat Taanit) und meint die Erzählung sei in hebräisch ge-schriebenen Erinnerungen erhalten gewesen. Allein die talmudische Relation leidetebenfalls an Anachronismen: denn sie bringt damit die Zerstörung des Gerisim-Tempels unter Hyrkan I, 200 Jahre später, in Verbindung. Sie läßt Alexan-der Zusammentreffen mit Simon justus, auf den überhaupt Manches unberechtigtzurückgeführt wird, während Josephus allerdings nach seiner chronologischen Grnppi-rung, Jaddua dabei auftreten läßt. Sie hat also nur den Werth einer verbreitetenSage. Michelson beweist noch aus Alexander's Art, die Majestät fremder Culte zuseiner Verherrlichung zu benutzen, wie das Orakel Ammons, die Wahrsager derChaldäer, daß er auch die Erscheinung des Hohenpriesters als glückliches Omenausgegeben habe. Allein damit ist nur die psychologische Möglichkeit, nicht diehistorische Thatsächlichkeit gerettet. Denn es bleibt immer noch schwierig an-zunehmcn, daß Alexander selbst nach der Eroberung Gaza's den Zug nachJerusalem unternommen haben soll. Wozu auch? Den etwaigen Widerstandhätte auch einer seiner Feldhcrrn brechen können. Dann fehlte auch die Zeitdazu, da Gaza erst im Nov. 332 fiel. In diesem Monat war aber Alexanderschon in Memphis, und zur Reise von Gaza nach Memphis brauchte er 2 bis3 Wochen. (Vergl. Droysen Hellenismus II, S. 192, 197; Stark, Gaza 243).Eben so wenig wird Alexander in Samaria gewesen sein. Ohnehin leidetJosephus' Bericht an Unwahrscheinlichkeit bezüglich des Ortes. Alexander soll,von Gaza aus nach Jerusalem eilend, vom Hohenpriester bei d. h.
angetroffen worden sein. Allein X-ro/rÜL-, d. h. lag nord-
östlich vom Tempel (jüd. Kr. II, 18). Das ist ja ein Umweg von Gaza aus!Die Talmud-Relation läßt richtiger Simon justus mit Alexander gar nicht beiJerusalem, sondern bei Zusammenkommen, d. h. auf dem Wege von
Tyrus nach Gaza. Das läßt sich eher denken. Eine Verwechselung von Orts-namen muß übrigens vorgegangen sein. Denn Antipatris hieß früher lvoplmr-8udu (rwv-nvo). Schon Reland vermuthete, daß hier eine Verwechselung derNamen Tr-w« und vorliegen könnte.