Die Macedonier.
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einander mit der von ihnen verfeinerten Kriegskunst Verderben undTod zu. Geld- und Beutesncht und Lust zu Abenteuern waren dieTriebfedern ihrer ritterlichen Kämpfe, kein höherer Gedanke beseelte sie.Die Zerfahrenheit sämmtlicher griechischer Stämme trübte in ihremInnern die Begriffe oder das Taktgefühl für Recht oder Unrechtund selbst für das, was in ihren Augen mehr als Tugend galt,für das Schöne oder Anständige und das Unschöne oder Schimpfliche.Ihre Schönredner und Klügler (Sophisten), die ihr klangreichesWort in Volksversammlungen, in den Gerichtshöfen und in poli-tischen Unterhandlungen ertönen ließen, verwirrten sie nur nochmehr und führten sie von Verirrung zu Verirrung, weil es ihnenniemals um die Wahrheit, sondern lediglich um Schein und umschnöden Gewinn zu thun, war. Ihre Weisheit wurde an ihnenzur Thorheit und gereichte ihnen nur zum Verderben. Die Menschenverziehen den Griechen ihre großen Fehler, weil sie liebenswürdigeSünder waren; aber der Lenker der Völker verzieh ihnen nicht, dieSünde rächte sich grausam an ihnen. Sobald ein Mann auf denSchauplatz trat, der ihre Zerfahrenheit, ihre gegenseitigen Eifer-süchteleien und Schwächen kannte, sie zu benutzen verstand, mitberauschender Schmeichelei und glänzendem Golde nicht sparsamwar und sich auf kriegerische Mittel stützen konnte, so mußte ihmganz Griechenland als Beute zufallen und seinen Plänen, wennauch mit Zähneknirschen Gefolgschaft leisten. Das vollbrachte dermakedonische König Philipp mit der Geeintheit seines Wesensund seines Heeres, mit seiner Schlauheit und seinem Gelde. GanzGriechenland lag ihm zu Füßen. Aber selbst, als er in einer großenVersammlung in Kointh den Griechen einen Plan zur Befriedigungihres Nationalstolzes auseinander setzte, einen Kriegszng gegen daspersische Reich eröffnete, um es für die öfteren Angriffe auf Griechenlandzu züchtigen und zugleich Kriegsruhm zu erwerben und Beute zumachen, konnten sie ihre kleinlichen Eifersüchteleien nicht beherrschen.Einige Staaten beschickten die Versammlung gar nicht, und die anderenoder deren Vertreter mußten erst durch Geld bestochen werden, umsich dem Plane geneigt zu zeigen. Philipp gelang dieser Rachezugnicht: er wurde inmitten der Rüstung dazu ermordet. Da trat ihnsein großer Sohn Alexander an, der berufen war, eine Umgestal-tung der Bölkerverhältnisse herbeizuführen und auch das stille Judäain den Strudel der Riesenkämpfe hineinzuziehen. Nene Leiden und