Das Griechenthum.
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bürgert und heimisch. Propheten und Gottesmänner treten nichtmehr auf. Der Geschichtsverlauf der nachexilischen Zeit wird ganznatürlich durch Verkettung der Umstände ohne Dazwischenkunft vonPropheten oder göttlicher Veranstaltung erzählt.
In der That brach entweder noch beim Leben des Verfassers oderkurz nach dem Abschluß seines Geschichtswerkes eine ganz neue Zeit an,welche die Judäer und das Judenthum zu neuer Kraftanstrengungaufstachelte, und in der diese ihren gediegnen Gehalt bewähren sollten.Diese neue Zeit wurde von dem Griechenthum herbeigeführt. Dieseshat eine durchgreifende Umgestaltung in Denkweise, Sitten undLebensweise der Menschen hervorgebracht und die anregungsfähigenVölker der damals bekannten Erdtheile in der Gesittung um einigeStufen höher gehoben. Aber die Verbreitung dieser Gesittungiu Folge errungener politischer Machtfülle und weitausgedehnterHerrschaft ging nicht von den Griechen, sondern von dem ausGriechen und Barbaren gemischten Volke der Macedonier aus.Das griechische Volk wäre nicht im Stande gewesen, die Weltherr-schaft zu erobern, oder, wenn erobert, sie zu behaupten. So hoch-begabt einige griechische Stämme waren, und so wunderbar Großesund Unvergängliches sie auch geschaffen haben, so war doch in ihremGrundwesen etwas, — man weiß nicht recht, soll man es einenFehler oder einen Vorzug nennen, weil es erst die großartigen helle-nischen Schöpfungen möglich machte — das sie hinderte, eine geeintepolitische Macht zu bilden und sie andern Stämmen und Völker-schaften für die Dauer aufzuzwingen. Eine Fülle von hochbegabtenPersönlichkeiten und Charakteren ging aus dem Schooße des grie-chischen Volkes aus, Helden, Feldherren, Staatsmänner, Gesetzgeber,Bild- und Baukünstler, Denker und Dichter, wozu das winzigeGebiet Attika mit der Hauptstadt Athen viel mehr gestellt hat, alssämmtliche griechische Landschaften und Colonien zusammengenommen.Athen war der geistige Mittelpunkt des ganzen Landes und derüber weite Räume zerstreuten hellenischen Ansiedelungen. Hierwurde der feinfühligste Geschmack und der klar schauende, die Dingetief erfassende Geist ausgebildet. Die Baukunst, wozu die Phönicierund Assyrier den Grund gelegt hatten, wurde in Athen zur höchstenVollendung gebracht. Die Schifffahrt, mit welcher Tyrier, Sidonierund Karthager die Meere, die Inseln und Küsten beherrschten,wurde hier so vervollkommnet, daß Fahrten auf der Meeresfläche,