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Geschichte der Juden.
schilderte er am ausführlichsten und verfehlte nicht hervorzuhebendaß das ganze Volk, fämmtliche Stämme, ihm aus freien Stücken ge-huldigt und als König anerkannt haben, er sei durchaus nicht Thron-räuber gewesen. Seine Wahl habe Gott bestätigt und ihm nochdazu verheißen, daß seine Nachkommen bis ewig das Königthui»fortsetzen würden. Zu diesem Zwecke erzählte er die Geschichte desjudäischen Königthums ausführlich, während er die Geschichte desZehnstämmereiches nur gelegentlich erwähnte. Bei Salomo's Glanz-regierung und der Geschichte der frommen davidischen Könige ver-weilte er am längsten. Die Geschichte der schlechten und götzen-dienerischen Könige dieses Hauses begleitete er stets mit der Be-merkung, daß sie wegen ihres Wandels und Abfalls durch Strafenund Unglück heimgesucht worden wären. Dann verherrlichte er dieheilige Stadt Jerusalem und den Tempel, beschrieb ausführlichdie Gesammtordnung im Heiligthume und bemerkte, daß sie vonDavid und dem Propheten Samuel eingesetzt und daher ehrwürdigund unabänderlich sei. Ganz besonders hebt die „Tagesgeschichte"die Rangordnung der Tempelbeamten hervor, der Ahroniden, derLeviten nach ihren Abstufungen und Familien oder Vaterhäusern.Während sie aber das Priesterthum hochstellt, behandelt es dashohepriesterliche Haus mit Gleichgiltigkeit, und hat kein Wort desLobes für die sechs letzten Hohenpriester der nachexilischen Zeit,verfehlt auch nicht zu erwähnen, daß sich einige Glieder derselbender Mischehen schuldig gemacht haben. Sie deutet an, daß dieHerrschaft und die höchste Würde nicht dem hohenpriesterlichen Hause,sondern den Nachkommen David's gebührten. Für die nachexilischeZeit benutzte der Verfasser der „Chronik" die Denkschrift Esra's undNehemia's, zog Erzählungen daraus wörtlich aus oder erzählte selbst-ständig nach deren Angaben. Seine eigenen Ansichten bekundete er inden Gebeten und Reden, die er den von ihm für würdig befundenengeschichtlichen Persönlichkeiten in den Mund legte, sonst hielt er sichan seine Quellen. Als hätte er geahnt, daß die alte Zeit im Ab-sterben und eine neue im Anzuge sei, stellte er in Umrissen dasErgebniß des Geschichtsverlaufes bis zu seiner Zeit zusammen undwollte das. Denkwürdige aus dem Alterthum der Vergessenheit ent-reißen. Es weht gewissermaßen im Buche der Tagesgeschichte selbstdie Luft einer neuen Zeit. Nicht blos fremdländische Sprachelementc,sondern auch fremde Anschauungen sind bereits in demselben einge-