Bagoses' Gelderpressung in Judäa.
211
sich mit Sanballat verschwägert und, von Nehemia aus Jerusalemausgewiesen, den nebenbuhlerischen Gottesdienst auf dem BergeKerisim eingeführt hatte so. S. 117). Als Jojada gestorben war,trat der jüngere Sohn, auf Bagoses' Beistand vertrauend, mitdem Anspruch auf, das hohenpriesterliche Diadem auf sein Hauptzu setzen. Sein älterer Bruder Jochanan war über diese Anmaßungso empört, daß es im Tempel zu einem Streit zwischen beiden undzum Blutvergießen kam. Jochanan erschlug Bagoses' Schützling imHeiligthume. Es war ein betrübendes Vorzeichen für die Zukunft.Aus die Kunde von dem Vorgang in Jerusalem, begab sich derEuuuche dahin, nicht um seinen Schützling zu rächen, sondern umunter dem Scheine einer wohlverdienten Strafe Geld zu erpressen.Das Volk mußte für jedes Lamm, das im Tempel täglich geopfertwerden sollte, fünfzig Drachmen (ungefähr 352 Mk.) Bußgelder zahlen,und diese Buße mußte jeden Morgen vor der Opferhandlung erlegtwerden. Bagoses begab sich auch in den Tempel, und als ihn diePriester mit Berufung auf das Gesetz, welches allen Laien das Be-treten desselben untersagt, daran hindern wollten, fragte er höhnisch,ob er nicht eben so rein sei, wie der Hohenpriestersohn, der imTempel ermordet wurde, und drang ein. Das war ein zweites bösesVorzeichen. Die Strafgelder mußte das Volk sieben Jahre leisteni),
h Joscphus Alterth. XI, 7,1. Zu welcher Zeit dieses Ereigniß vorgefallenist, geht ans dem Texte nicht mit Bestimmtheit hervor. Er lautet nämlich
Skaliger emendirt dafür roötl/or, oder "O/ov und identificirt damit diesen Bagoses mit dem EunuchenBagoas, welcher in der Geschichte des Artaxerxcs III. Ochus eine so unheil-volle Rolle gespielt hat <ILmsneIntio tsmpornm, p. 389>. Indessen ist dieseEmendation nicht stichhaltig, da Rufinus'lat. Uebersetzung die Stelle: nltsrins^rtnxsrxis wiedergiebt. Man ist also berechtigt zu lesen: n-.-.or, Äx-r«. undman könnte ebenso gut darunter Artaxerxes II. Mnemon, wie Artaxerxes III.Ochus verstehen. Allein aus der Bezeichnung, daß Bagoses Feldherr sara«r^-
des Artaxerxes gewesen, geht jedenfalls die Identität dieses Bagoses mitjenem Feldherrn Bagoas unter Ochus hervor. Statt lesen auch
Einige Dieser Name bedeutet eigentlich auf persisch einen Eunuchen.
Die Geschichte von der Ermordung des Josna durch seinen Bruder Jochanan'kann demnach unter dem letzten Artaxerxes zwischen 361 und 338 gesetzt wer-den. Wenn, wie Josephus erzählt, der Sohn des Hohenpriesters Jochanan,nämlich Jaddua mit Alexander zusammengekommen sein soll, dann kann seinAater nur unter Ochus gelebt haben. Indessen ist diese Relation bei Josephusaußerordentlich verdächtig.