Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

208 Geschichte der Juden.

den persischen Heeren, die zur Dämpfung der Aufstände zusamme»-gezogen wurden, erfolgreichen Widerstand leisten zu können, ver-banden sich die ägyptischen Eintagskönige regelmäßig mit den Persische,,Satrapen von Phönicien, denen auch Judäa zugetheilt war. Oesterzogen persische Heeresmassen längs der judäischen Küste des Mittelmeeres nach Aegypten oder ägyptische nach Phönicien und griechischeSöldnerschaaren, die von der einen und der andern Krieg führende»Macht gemiethet waren, hin und zurück, und von ihren Berge»aus konnten die Judäer diese Heereszüge beobachten. Sie bliebe»aber nicht immer ruhige Zeugen dieser ckriegerischen Bewegungendie mehr durch Verrätherei als durch kriegerische Ueberlegenheit be-endet wurden denn wenn sie auch nicht gezwungen wurden, Heeres-folge zu leisten, so blieben sie gewiß von anderweitigen Leistunge»nicht verschont l). Ihr Verhältniß zu den Persischen Königen erlittebenfalls eine Störung. Diese, fremden Einflüssen erliegend, finge»ebenfalls an Götzendienst zu treiben. Die Göttin der Lust, der sieauf ihren Zügen überall als Beltis, Mylitta oder Aphrodite be-gegneten, verlockte die Perser, die ohnehin durch die Eroberungenund erlangten Reichthümer für sinnliche Genüsse empfänglich gewordenwaren, allzuverführerisch, ihr zu dienen und zu opfern. Sobald sieden Cultus dieser Schandgöttin ausgenommen hatten, gaben sie ihreinen persischen Namen, Anahita, Anaitis, und brachten sie in ihrerGötterlehre unter. Artaxerxes II. verlieh ihm seine königliche Be-stätigung, ließ Bildnisse der Göttin überall in seinem großen Reiche,in Babylonien, Susa und Ekbatana, den drei Hauptstädten, fernerin Damaskus, Sardes und in allen Städten Persiens und Bak-triens errichten. Dadurch erlitt die eranische Religionsanschauungeine doppelte Verletzung: eine fremde Gottheit wurde eingeführtund Götterbilder wurden zur Verehrung aufgestellt. Dadurch war

auch das geistige Band gelöst, welches die Perser mit den Be-kennern des Judenthums verbunden hatte, die gemeinsame Ab-neigung gegen Bilderdienst. Nicht mehr wurde unter den Perser»

y Nehcmia 9, 3637. Diese VV., so wie das ganze Gebet, das denLeviten in den Mund gelegt wird, Passen durchaus nicht auf Nehcmia's Zeitlage,in welcher die Judäer vielmehr glückliche Tage genossen haben. Die Klage:n^-2 NNXIIN» vwl-2 nnn:

>:n:x nb-n.» paßt

besser auf die Zeit des Chronisten, d. h. unter den letzten Persischen Königen.