Die beiden letzten Artaxerxes.
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undankbar gegen sie, ihre Namen der Erinnerung zu entziehen?Oder waren die Mitglieder der Versammlung nicht begabt oder be-deutend genug, um eine persönliche Auszeichnung zu verdienen, undverdankte das Gemeinwesen seine Kräftigung und das Judenthumseine Entwickelung und Erweiterung lediglich ihrem Gesammt-eifer, in welchem der Einzelwille völlig aufgegangen war? Erstaunlichbleibt es immerhin, daß aus dieser langen Zeitreihe so wenig oderfast gar nichts Thatsächliches bekannt geworden ist. Entweder essind keine Jahrbücher über die Vorgänge dieser Zeit geführt worden,oder sie sind untergegangen?). Allerdings waren keine denkwürdigenEreignisse aufzuzeichnen. Die ganze Thätigkeit des judäischen Ge-meinwesens war nach Innen gekehrt, und diese schien in ihrerEinzelheit den Zeitgenossen nicht bedeutend genug, um ihre Anfänge,ihren Verlauf und ihre Wirkung der Nachwelt zu überliefern. Eswar wenig Stoff vorhanden, um daraus Geschichte zu schreiben, unddie Zustände, die sich nach und nach entwickelt haben, wären vielleichteinem Fremden aufgefallen; aber was hätte ein Einheimischer, derdarin lebte und webte, Besonderes daran finden können, um siedurch eine Schilderung zu verewigen? Das judäische Volk befaßtesich lediglich mit friedlichen Beschäftigungen, das Waffenhandwerkverstand es nicht, vielleicht nicht einmal zur Behauptung des eigenenGebietes gegen Angriffe von Nachbarn. Wie der Prophet Ezechieldie künftige Gestaltung des judäischen Staates nach der Rückkehrverkündet hatte: „als eines Landes abgewendet von Krieg, gesammeltaus vielen Völkern auf den Bergen Israels2)," so war sie inWirklichkeit geworden. Ein solches friedliches Stillleben entzieht sichder aufmerksamen Beobachtung.
An den kriegerischen Bewegungen, welche an seiner Grenzevorfielen, hat sich das judäische Volk gewiß gar nicht betheiligt.Unter Artaxerxes II. mit dem Beinamen Mnemon —382) und unter Artaxerxes III. mit dem Beinamen Ochuss3K1—338) versuchten die ägyptischen Unzufriedenen, welche sichKönige nannten, mehrere mal, sich von Persien frei zu machen unddie ehemalige Selbstständigkeit ihres Landes wieder herzustellen. Um
st Aus Nehemia 12, 23 nach Angabe des Chronisten haben Tagebüchermindestens bis zur Zeit des Hohenpriesters Jochanan existirt.Bergl. Note 15.
st Ezechiel 38, 8.