Die Anschauung von Paradies und Hölle.
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nächsten Nahe haben das Judenthum mit neuen Elementen befruchtet,die in folgerichtiger Entwickelung später das Ursprüngliche und Ur-eigene überwuchert haben.
Auch eine neue Vergeltungslehre hat sich im Judcnthum unterdem Einfluß der eranischen Vorstellung ausgebildet. Diese schieddas ganze Weltall in zwei große Reiche, in die des Lichts und derFinsterniß, und versetzte die Reinen, die Anhänger des Ahura-Mazda in das Lichtreich, das Paradies, und die Unreinen, dieAnhänger des Angro-Mainyus, in das Reich der Finsterniß, in dieHölle. Nach dem Tode des Menschen verweile die Seele noch dreiTage in der Nähe des Leibes, dann werde sie, je nach ihrem Wandelauf Erden, von den Jazatas im Paradiese ausgenommen, oder vonden Daevas in die Hölle geschleppt i). Auch diese Vorstellung vonder Vergeltung nach dem Tode fand im judäischen Kreise Eingang.Der Garten Eden (6un Läen), in welchen die Schöpfungsgeschichtedas erste Menschenpaar im Zustande der Unschuld versetzte, wurdein das „Paradies" umgestaltet und das Thal Hinnom (Os-Ilinnom) bei Jerusalem, in welchem seit Achas Kinderopfer darge-bracht wurden, gab den Namen für die neugeschaffene Hölle 2 ). Indas Gan-Eden wurden die Frommen und Gesetzestreuen und indas Ge-Hinnom die Frevler und Sünder versetzt. Auf welchemWege können solche Anschauungen in den Vorstellungskreis desjudäischen Volkes eingeführt worden sein? Er kann so wenig nach-gewiesen werden, wie der Weg verfolgt werden kann, auf dem einin der Atmosphäre verbreiteter Krankheitsstoff in die Poren desLeibes eindringt. Die Empfänglichkeit für die Aufnahme solcherElemente, die mit der Lehre des Judenthums verwandt schienen,war in der sopherischen Zeit vorhanden, in welcher der Eifer vor-waltete, mit Gesetz und Lehre Ernst zu machen und sie zu kräftigen.Indessen ist die Vorstellnngsweise von Engeln, dem Satan und seiner
h Vergl. Spiegel, Avesta III. S. IIXLIV. Von dem „Orte der Reinen" istöfter die Rede in Vovcliclacl XIX, 89—108; Vispsroä VIII, 8—9; VaenaXVII, 42—44. Bergl. Agathins II, 23 Lx 7öl- rov
Die Bezeichnungen p, als Paradies der Seelen, und oder
als Hölle, kommen als ausgeprägte Begriffe in der MischnahMd in den neutestamentlichen Schriften vor und stammen aus der nachexilischenheit. Vergl. Josephus Alterth. XVIII, 11, 3, wo diese Vorstellungen alsTogmatik der Pharisäer bezeichnet werden.