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Geschichte der Juden.
des Magierthums entschieden Verwandtschaft haben. Im Schlaftruhe ein böser Geist auf den Händen; daher wurde eine Vorschrifteingeführt, des Morgens nach dem Erwachen die Hände zu waschenund ebenso nach der Verrichtung eines Bedürfnisses i). Die nächtlicheBefleckung wurde ebenso wie im eranischen Kreise als ganz besondersverunreinigend betrachtet, weil ein böser Dämon dahinter gedachtwurde. Wer dadurch verunreinigt würde, sollte sich nicht blos vomOpfer und Tempel, sondern auch vom Lesen in der heiligen Schriftfernhalten, bis eine Reinigung durch Wasser erfolgt sei 2 ). Ueber-haupt wurden nach dem Beispiele der eranischen Bräuche dieReinigungsgesetze verschärft. Frauen, die nach gewissen Zeiten sichder Reinigung unterziehen, sollten auch ihr Haar in Wasser bringen^.Selbstverständlich wurden die levitischen Reinheitsgesetze im Ver-hältniß zum Tempel- und Opferwesen so weit ausgedehnt, daß jedenoch so sehr entfernte Berührung mit einer Leiche als verunreini-gend wirkend angesehen wurde. Geräthe, die in unmittelbare Be-rührung damit gekommen wären, sollten die Verunreinigung weiterübertragen auf Personen und Geräthe, welche mit diesen in Verbin-dung gekommen sein sollten. Der Einfluß der Lehre des Avestavon der Scheu jeder Berührung der Leichname ist dabei nicht zuverkennen4). Das Judenthum durfte in der strengen Fernhaltungalles dessen, was mit dem Leichnam auch in unmittelbarer Verbindungsteht, nicht hinter dem Magierthnm zurückstehen5). Der Lehrsatzder geistigen Führer der sopherischen Zeit: „Machet einen Zaun umdas Gesetz," und das Beispiel der Anhänger Ahura-Mazdah's in der
tz Nassoebst LnIIab; 8adbat p. 109; 6ittin x. 70.
2 ) Laba Lama p. 82, a—d. Uoraobot 22, a—b und jvrus AloZillnb IV.p. 75 a wird auf Esra zurnckgeführt, d. h. der Brauch stammt
aus sopherischcr Zeit. Daß er dem Eranismus entlehnt ist, ist kein Zweifel.
S) Auch der Brauch rr-nn n-x wird das. auf Esra zurückgcführt.
4) Die weite Ausdehnung von NX 22 fObolot I, 2—3), ferner rxrrlLipbro bio. 127 und and. St.), endlich die weite Ausdehnung von nxvvb-nx haben ihren Ursprung im Parsismus. Herodot <1, 187) berichtet, Darmshabe sich gescheut, unter dem Thorc des Gemaches, in welches die KöniginNitokris ihren Leichnam mit den Schätzen legen ließ, hindurchzufahren. Lergl.damit Oliolot VII, 3 u. a. St.
s) Vergl. Nehemia 12, 30: n^'nn ^X7 mx . . 13, 9:
r-rnwi-n n^xi, eine Lustration, welche in den levitischen Gesetzen des
Pentateuch keine Analogie hat.