Die Dämonenlehre im Judenthum.
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Wie die Phantasie die Aazatas in Engel umgewandelt undihnen ein jüdisches Gepräge und hebräische Namen gegeben hat, sohat sie auch die Daevas nachgeschaffen und auch sie im jüdischenKreise heimisch gemacht. Die Poesie des Buches Hiob^) hatte ineiner dramatischen Dichtung unter den Wesen, welche am RatheGottes Theil nahmen, eine interessante Figur aufgestellt, den Satan,dessen Geschäft es sei, sowie bei irdischen Gerichtssitzungen anzu-klagen, so auch in den himmlischen die Handlungen und Gesinnungender Menschen, auch der Frömmsten und Gerechtesten, zu verdächtigen,ihr Verdienst zu schmälern, um Strafe über sie verhängen oder wenig-stens ihren Lohn verkürzen zu lassen. Diesen himmlischen Anklägerscktä/io/.osl, der in der Dichtung des Buches Hiob durchaus nicht alswirkliches Wesen und auch nicht bösgeartet, sondern im Gegentheilals scharfsichtiger und strenger Beurtheiler geschildert wird, ver-wandelte die Phantasie in ein bösartiges Wesen, das die Menschenznm Bösen verführte, um sie hinterher anklagen zu können; sie machteaus Satan eine Art Angro-Mainyus. Sie stellte ihn keineswegsals mächtigen Nebenbuhler Gott gegenüber, dazu stand der Gottes-begriff im judäischen Kreise zu hoch. Er, der Heilige, hoch erhabenund allmächtig, durch dessen Wort Alles geschaffen worden, könne nichtdurch ein anderes Wesen, das ebenfalls sein Geschöpf sei, beschränkt,und seine Rathschlüsse können nicht durch dieses durchkreuzt werden.Allein der erste Schritt war doch gethan, wodurch der böse Versuchernach seinem eranischen Vorbilde immer mächtiger ausgestattet wurdeund ein eigenes Reich erhielt, das Reich der Finsterniß, in demSatan zur Schädigung des Guten schaltete. War einmal Satannach dem Ebenbilde Angro-Mainyus' geschaffen, so mußte ihm einegroße Schaar Dämonen, böser Geister (Loüsäim illasokim, LlulavüsLbnlalab), beigegeben Werdens. Einige unter ihnen wurden persön-lich ausgedacht, mit Anklang an eranische Daeva-Namen, ein DämonAschmodal und Samael, Meister über eine Schaar von Plage-geistern. Auch ein Todesengel (Llalaob-lla-Uarvet) mit tausendAugen wurde ausgedacht, der auf das Leben des Menschen laureund es ihnen entziehe.
Diese Phantasiegeschöpfe beherrschten alsbald die Judäer undihr Thun, und dadurch sind Bräuche entstanden, welche mit denen
>> S. o. S. 34.
Vergl. Note 14.