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Geschichte der Jude».
zwar Opfer in großer Menge dargebracht, fast jede Familie einLamm oder ein Zicklein. Aber die Pascha-Opfer waren nicht Ge-meindeopfer im strengen Sinne, sondern lediglich Sache jedesEinzelnen.
Zum Opferwesen waren die Priester aus Ahrons Geschlechtunentbehrlich, und dabei nahmen sie eine hervorragende Stellungein. Die dienstthnenden Leviten besorgten zwar das Schlachten derOpferthiere, das Abziehen der Haut und das Reinigen derselben^aber das Sprengen des Blutes an den äußern und inner» Altar,die Unterhaltung des immerwährenden Feuers auf demselben, dasAnzünden des Leuchters und des Räucherwerkes, das Auflegen derzwölf Brode auf den goldnen Tisch Sabbat für Sabbat gehörtenzu den ausschließlichen Befugnissen der Ahroniden, die ihnen inder nachexilischen Zeit nicht mehr streitig gemacht wurden. Sieallein trugen weißleinene Gewänder, die sie nur beim Opferdienstetragen durften^, die Leviten dagegen durften nicht diese äußereAuszeichnung ihres Amtes anlegench. Für diesen Theil des Gottes-dienstes wurde eine feste Ordnung eingeführt, wie die Opferhand-lungen auf einander folgen sollten. Während Wein ans den Altargegossen wurde, begannen die Leviten von den Sängerklassen diefür jeden Tag ausgewählten Psalmen unter Begleitung von Saiten-spiel und Hörnerklang der Ahroniden auf den fünfzehn Stufen desVorhofes, welche von dem Frauenvorhofe höher hinanfführtenso. S. 104), zu singen^); den Schluß bildete täglich der Priester-segen, welcher auf das Darbringen des Räucherwerkes folgte. Sämmt-liche Ahroniden versammelten sich auf den Stufen der offenen Vorhalleso. S. 105) und sprachen mit hoch über den Kopf erhobenen Händenden in der Thora vorgeschriebenen Segen für das Volk in einemAbsätze. Worauf das Volk mit der Benedeiung einfiel: „Gepriesensei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für 5)."
So bildete der Gottesdienst mit der Ordnung der Opferhand-lungen fast einen Gegensatz gegen den Gottesdienst, welcher mitdem lebendigen Worte auf den Geist wirkte. Der eine war im
9 Folgt aus Chronik II, 35, 11 fg.
2) 1'siuiä I, 1.
s) Josephus Alterthümer XX, 9, 6.
«> 1'umict VII, 3 fg.
s) Das. VII, 2. Vergl. Monatsschrift. 1872 S. 581 fg.