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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Geschichte der Juden.

Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Chaggai, Zacharia, Ma-leachi, mit den größeren drei zusammen die jüngeren Pro-pheten genannt). Zum Gebrauche für die öffentliche Vorlesungwurden alle diese Schriften in eine einzige Rolle eingetragen. DieseAufnahme und Bestimmung für den gottesdienstlichen Gebrauchverlieh dem prophetischen Schriftthum den Charakter der Heiligkeit(Kanon, Kanonicität). Während es bis dahin als theures Ueber-bleibsel aus der gnadenreichen Zeit galt, als Gott noch auserwähl-ten Männern seinen Geist eingehaucht und aus deren Mund ge-sprochen, wurde es in Folge der Einreihung in den Gottesdienstalsheilige Schrift" anerkannt, der Thora zwar nicht gleich-- gestellt, aber ihr nahestehend auf der Rangstufe der Heiligkeit zweitenGrades. -

So wurde der Gottesdienst in der sopherischen Zeit gestaltet;er war einfach und erhebend, hatte nichts Ueberflüssiges, Störendesoder Ermüdendes und war im Sinn und Geiste der vollen Errungen-schaften aus der alten Zeit der Propheten und Psalmisten geschaffen.Nur ein einziges fremdes Element war darin ausgenommen, dieHoffnung und der Glaube an die' Auferstehung der Todten nachder Grabesfahrt in einer erwarteten gnadenreichen Zeit des jüngstenTages. Sonst war alles darin aus der reinen Quelle der uraltenLehre geschöpft. Da die Bewohner der Landstädte, in dem nahenUmkreise der Hauptstadt angesiedelt, auch außerhalb der Festtagenach Jerusalem zu kommen öfter Gelegenheit hatten und hier demGottesdienste beiwohnten, so richteten sie ihn in ihrem Kreise ansdieselbe Weise ein. Es bedurfte nicht dazu des Antriebes durchbefehlshaberische Verordnungen. So entstanden mindestens in allenLandstädten Gebetshäuser (Synagogen, ülsaäö-llll), welche die Gebet-orduung einsührten, die bis auf den heutigen Tag in den Gemeindenden Grundstock des Gottesdienstes bildet. Von weittragender Wich-tigkeit war der Umstand, daß bei diesem geistigen Cultus für denPriester kein Platz war. Er galt dabei nicht mehr als die übrigenzum Gebete versammelten Gemeindeglieder, von denen je zehn einevolle Gemeinde bildeten^). Jeder Kundige galt im Bethause soviel, wo nicht noch mehr als der Priester; denn nur Schriftkuudigekonnten als Vorbeter und Vorleser fungiren. Das Prophetenthum

>1 Die Zehnzahl für die Gemeinde ist schon angedeutet in Ruth 4, 3.