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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Die Borlesung aus den Propheten. 189

nials zum Gebet zusammen, verweilte aber nur kurze Zeit dabei,weil die Einleitung der Psalmen und Pie Leseabschnitte ausfielen.

An Sabbaten und Feiertagen war der Morgengottesdienst nichtwesentlich verschieden, nur daß ein besonderes Gebetstück eingefügtwurde, wodurch die Heiligkeit des Tages hervorgehoben und zumBewußtsein gebracht werden sollte. Nur dadurch erhielt der Fest-gottesdicnst eine höhere Bedeutung, daß zum Schlüsse desselben einlängerer Abschnitt aus der Thora vorgelesen wurde. Dazu kamoch mit der Zeit die Vorlesung ans den Propheten und zwarsolcher Abschnitte, welche auf die Tagesfeier Bezug haben und siezum Ausdruck bringen. Die Veranlassung dazu lag in dem Gegen-satz, in den die Judäer zn den Samaritanern getreten waren. Diese-stellten die Heiligkeit des Tempels und Jerusalems in Abrede undverwarfen das prophetische Schriftthum vollständig, weil dieses vonderGottcsstadt" und von der Auserwühltheit des Heiligthums in

ihrer Mitte voll ist. Um so dringlicher schien es den Vertretern

des Jndenthum, die Propheten als Zeugen für diesen gewissermaßenzu allererst aufgestellten Glaubensartikel anzurufen, dieses Zeugnißhochanzuschlagen und es den Bekenner» desselben Sabbat fürSabbat und an allen Feiertagen zur Erkenntniß zu bringen. InFolge dieser Anordnung ertönte das Wort der Propheten, das wäh-rend ihrer Lebenszeit nur selten Gehör und Beachtung gefunden

hatte, aus jedem judüischen Bethanse und gab, wenn auch von den

Meisten kaum halb verstanden, dem Geiste und Gemüthe die An-regung zu einer schwunghaften Stimmung. Da die prophetischeVorlesung den Morgengottesdienst zu beschließen Pflegte, wurde sieder Schluß (Hupbtarub) genanntst. Diese Einrichtung machtees zum Bedürfniß, das prophetische Schriftthum zu sammeln undabzuschließen oder vielmehr zu erklären, welche Bücher dazu gehörten,und welche davon ausgeschlossen werden sollten. Diese Auswahl wurdehöchst wahrscheinlich von der gesetzgebenden Behörde der sopherischenZeit getroffen. Ausgenommen wurden in diese Sammlung die vier ge-schichtlichen Bücher (Josua, Richter, Samuel, Könige, die ältern Pro-pheten genannt), ferner die drei umfangreichen Schriften, welcheden Namen der Propheten Jesaia, Jeremia und Ezechiel trugen,und endlich zwölf kleinere Propheten sHosea, Amos, Joel, Obadja,

st Vcrgl. Graetz, Lobolot S. 171 fg.