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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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Die neue Ordnung.

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galt in dieser Neugestaltung als die höchste Tugend^,. In jederStadt wurden Gemeindeglieder ausgewählt, welche sich mit demArmenwesen befaßten 2 ). Die so oft von den Propheten und Psal-misten wiederholten Klagen über Hartherzigkeit gegen die Nothlei-denden und Hilflosen brauchten fortan nicht mehr wiederholt zuwerden. Ihre Rügen hatten denn doch gewirkt, sie hatten desVolkes Herz von Stein in ein weiches Herz verwandelt, und eswurde durch fortdauernde Uebung von Mildthätigkeit und Vererbungso weich, daß warmes Mitgefühl für Leidende eine unbestritteneEigenschaft des judäischen Volksstammes geworden ist. Das Ge-richtswesen wurde aufs Vollkommenste geordnet und mit solcherGewissenhaftigkeit ausgeübt, daß es allen Völkern der Erde alsMuster hätte voranleuchten können. Völlige Gleichheit vor demGesetze war so selbstverständlich, daß sie nicht einmal besondersbetont zu werden brauchte. Zweimal in der Woche wurde öffent-liche Gerichtssitzung in allen größeren Städten veranstaltet, amMontag und Donnerstag, sei es, daß an diesen Tagen schon früherWochenmärkte für die Landleute stattfanden, oder daß sie durch einenandern Umstand Bedeutung hatten. Diese Einrichtung wurde aufEsra zurückgeführt3j, wie alle vortrefflichen Institute, welche in dernachexilischen Zeit eingeführt wurden. War einmal der Anstoß ge-geben, das Gemeinwesen im Sinne der Thora oder auf biblischerGrundlage zu ordnen, warum sollten die geistigen Führer des Vvlkesnicht darauf gekommen sein, eine höchste Behörde zusammenzusetzen,welche Gesetz-anslegende und Gesetz-gebende Befugniß haben sollte?Im deuteronomischen Gesetze ist die Einsetzung eines obersten Ge-richtshofes, welcher in zweifelhaften Fällen die endgiltige Entschei-dung geben sollte, zur Pflicht gemacht; ein solcher sollte die höchsteAutorität haben, vor dessen Aussprüchen Niemand weder rechts nochlinks abweichen dürfte-^). Die Männer, die in der nachnehemianischenZeit an der Spitze standen und vom Geiste der Thora erfüllt

h Almoscnspcnden hieß in der nachexilischen Zeit npnn, in Daniel 4,24;Tobit 1, 16; 12, 8; vergl. Esther 9, 19. 22.

In der Mischna kommt öfter die Einrichtung der npnn ''XNt, derAlmosensammler, vor, die ohne Zweifel aus alter Zeit stammt.

Nisebua Ustubot I, 1; Ualmuck Labs. Lama p. 82a; gorus. LlbAillaIV, p. 75a.

h Deuteronom. 17, 8 fg. vergl. Bd. Il, S. 307.

Graetz, Geschichte der Juden. II. 2. Hälfte.

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