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Geschichte der Juden.
verehrt i). Die hebräische Poesie, die noch immer rege war, ver-herrlichte sie mit überschwänglichem Lobe:
„Die Lehre Gottes ist vollkommen, die Seele erquickend.
„Seine Ermahnung ist treu, belehrt den Unerfahrenen.
„Seine Befehle gerade, herzerfreuend.
„Gottes Gebote lauter, Angen erleuchtend.
„Seine Bestimmungen sind wahr, allsammt gerecht,
„Begehrenswerther denn Gold und viel Edelmetall, .
„Angenehmer denn Honig und süßer Saftes."
Selbstverständlich wurde die Thora in Folge dessen das Grundgesetzsür den kleinen Staat oder das Gemeinwesen Juda. Bei jedemThun und Lassen wurde darauf Rücksicht genommen, ob es nach I
„Vorschrift" sei 3). — Die Sklaverei für Einheimische hörte voll- ^
ständig auf. Wollte sich ein Judäer als Sklave verkaufen, so fander keinen Käufer. Dadurch war das Jobeljahr, welches den Ge-knechteten Freiheit bringen sollte, für den wesentlichsten Zweck des-selben überflüssig geworden. Dagegen wurde das Sabbatjahr fürPersonen und Felder streng ausgeführt. In jedem siebenten Jahr ,verfiel die Schuld 4) der Aermeren, und die .Uecker blieben in diesem . ^Jahre brach. Wahrscheinlich hatten es schon früher die judäischenGünstlinge am persischen Hofe erlangt, daß an diesem Brachjahre sdie Abgaben von den Bodenerzeugnissen ausfallen sollten^). Und ! ,so wurde durchweg das öffentliche Leben nach den Vorschriften des ZGesetzbuches geregelt. Dem Armenwesen wurde eine besondere ! -Sorgfalt zugewendet, laut der Ermahnung des pentateuchischen Ge- s Zsetzes, das kein Nothleidender im Lande sein sollte. Almosen spenden ff !
Das. 24, 1 fg.
-j Ps. 19, 7 fg. Diese Partie, die vielleicht mit der vorhergehenden nicht Ij ^zusammenhängt, wird allgemein als nachexilisch angenommen. Il i
3) In Chronik — Esra und Nehemia eingeschlossen — wird schlechtweg ge- jsbraucht und in Verneinung I!
4s Folgt daraus, daß Hillel ein Jahrhundert vor dem Untergang des Staates 1bei veränderten Umständen eine Modification eingeführt hat. Bis dahin bestand ^also das Schuldentilgungsgesetz.
s) Folgt aus Josephus Alterth. XI, 8, 5—6, daß die Judäer von Alexander ^ ^dem Großen die Abgabenfreiheit für das Sabbatjahr erbaten und erlangten, ^was Voraussicht, daß sie dieses Privilegium auch von den persischen Königen jhatten.