Das Judenthum.
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bezeichnte nicht mehr das nationale Wesen, sondern das religiöseBekenntniß. Der Name „Judäer" verlor die Bedeutung derStammeseigenheit und wurde in der allgemeinen Bedeutung ge-braucht als Anhänger des Judenthums, gleichviel ob sie dem StammeJuda oder Benjamin angehörten oder Ahroniden oder Levitenwaren'). Zu diesem Bekenntniß gehörte vor Allem die Anerkennungdes einzigen Gottes, der Himmel und Erde, das Meer und seineFlüsse geschaffen, die Natur im Großen und Kleinen beherrscht underhält und zugleich das Volk Israel als seinen Knecht auserkoren.
„Der da sendet seinen Spruch zur Erde,
„Aufs Eilendste läuft sein Wort,
„Der Schnee giebt wie Wolle,
„Reif wie Asche ausstreut,
„Seine Eisschollen wie Stücke schleudert,
„Wer kann vor seinem Frost bestehen?
„Er sendet sein Wort und macht sie schmelzen,„Läßt seinen Wind wehen, da rinnt Wasser,
„Er verkündet sein Wort für Jakob„Seine Gesetze und Bestimmungen für Israel.„Nicht hat er also für irgend ein Volk gethan,„Bestimmungen hat er ihnen nicht kund gethan-j.
Zu diesem Bekenntniß gehörte auch die Anerkennung des Gesetz-buches der Thora als der unmittelbaren Offenbarung dieses Gottesdurch Mose's Vermittelung. So groß früher die Gleichgiltigkeitdes Volkes im Allgemeinen bis auf einen kleinen Bruchtheil gegendieses Grundbuch war, eben so groß war die Verehrung und Ver-herrlichung desselben in der Zeit nach Esra und Nehemia. „Ein ver-ständiger Mann vertraut dem Gesetze, und das Gesetz ist ihm treuwie der Ausspruch der Wahrheit kündenden Urim und Thummim3)",die Thora wurde als Inbegriff aller Weisheit angesehen und
h In Nehemia wird die Bezeichnung r^vin'' noch in Unterschiede von rwtnvi gebraucht <2,16) und in der Bedeutung niirw als Angehörige des StammesJuda. In Esther dagegen wird schon Mardechi, obwohl vom Stamme Benjamin,I genannt <2, 4), und so durchweg sn-i-u-w als Bekenner des Judenthums.)! 2 ) Diese Anschauung, daß der Beherrscher der Natur Israels Gott ist, wird
>> ganz besonders hervorgehoben in Psalm 147—148. Sie sind entschieden aus') der nachexilischen, nach 147,13 wahrscheinlich aus der nachnchemianischen Zeit.
Sirach 36, (33) I. Der vatikanische Text hat ckrx«l-o^,
besser ist die L.-A. des Alexandriners d. h.