Die Samaritaner.
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nicht gelingen will, ihren Ursprung zu ermitteln ^), und ihr niedrigerBildungsgrad trug dazu bei, auch das von ihnen gebrauchte ara-mäische Sprachgut zu verderben, die festesten Mitlaute radebrechendzu verunstalten und die feinen Schattirungen der Selbstlaute zuverwischen.
Indessen der Wurf war gelungen. Die Samaritaner hatteneinen Tempel, um den sie sich sammeln konnten, hatten Priester ausdem ahronidischen Hause, setzten keck ihren Hargerisim — wiesie ihren heiligen Berg nannten — dem Morija entgegen, belegtenes aus dem Gesetzbuche, daß Gott selbst diesen Berg als heiligeOpferstätte angeordnet habe, und nannten sich stolz Israeliten. San-ballat und seine Nachfolger sorgten dafür, recht viele Judäer anzu-locken. Denen, welche zu ihnen übergingen, räumten sie Wohnsitzeund Aecker ein und unterstützten sie sördersam. Solche, die sich inJuda oder Jerusalem irgend eines Vergehens schuldig gemacht unddie Strafe fürchteten, begaben sich zu den Samaritanern und wurdenvon ihnen mit offenen Armen ausgenommen 2). Aus solchen Ele-menten bildete sich ein neues halbjudäisches Wesen oder eineSekte, das Samariterthum, in einem abgeschlossenen Gebiete:Samaria, dessen Mittelpunkt entweder die Stadt war, von demes den Namen erhalten, oder Sichem. Bekenner oder Gliederdieser Sekte wurden ein rühriges, zähes, erfinderisches Völkchen, alswenn Sanballat, der Begründer, ihm seinen Geist eingehauchthätte. Es hat sich wunderbar trotz seiner Winzigkeit bis auf denheutigen Tag erhalten 2). Die Entstehung des Samariterthumswar eigentlich ein Sieg der judäischen Gottesverehrung und Lehre,indem ein so zusammengewürfeltes Mischvolk sich unwiderstehlichdavon angezogen fühlte, sie zum Leitstern seines Lebens machte undtrotz Widerwärtigkeiten und Mißgeschick nimmer mehr davon ge-lassen hat. Die Thora, das von Mose übermittelte Gesetzbuch,welches die aus Jerusalem Verbannten Priester ihnen gebrachthatten, hielten die Samaritaner eben so heilig wie die Judäer,
h Vergl. über die chuthäischen Wurzeln. S. Kohn das. 18 fg. und 102 fg.
Josephus, Alterth. XI, 8, 2, 7.
Es existirt noch heute eine kleine samaritanische Gemeinde von etwaW Seelen im Nablus, Neapolis-Sichem, mit einer Synagoge, worin eine altePantateuchrolle aufbcwahrt wird, und mit einem Hohenpriester, der sich rühmt»on Ahron in gerader Linie abzustammen.