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Geschichte der Juden.
es ihnen offene Verachtung zeigte l). Die Grundbesitzer hörten auf,den Zehnten und die Priesterabgaben zu liefern 2). Sollten sie dieUnwürdigen noch belohnen? Dadurch litten aber auch die Unschuldigen,die Leviten büßten auch ihren Theil ein, und um nicht zu darben,verließen sie Tempel und Hauptstadt 2 ). Auch die Beiträge für dieOpferbedürfnisse blieben aus, und um nicht den Altar leer zu lassen,stellten die Priester, welche für Opfer zu sorgen hatten, kränkliche,lahme, blinde und häßliche Thiere^). Manche Priester machten sichselbst über diese Art Opfer lustig und witzelten darüber: „der TischGottes ist besudelt und seine Speise ekelhaft" 5). Von diesemTreiben der Vertreter des Tempels angewidert, wendeten Mancheganz und gar dein Heiligthum und dem Gemeinwesen den Rückenund verfolgten nur die eigenen Interessen oft mit Hintansetzungdes Rechtes und der bei Gott geleisteten Eide6). Hatte diese Klassein ihrer Unternehmung Glück, so wurden Fromme daran irre, diemit der Noth des Lebens zu kämpfen hatten: „Vergeblich ist's,sprachen sie 2 ), Gott zu dienen, und welchen Gewinn haben wir, daßwir seine Gesetze befolgen und traurig vor Gott wandeln? Wirmüssen die frechen Frevler glücklich preisen!"
Schlimmer noch war die Zwietracht, welche in Folge des Um-schlages das judäische Gemeinwesen zerrüttete; sie brachte selbst inden Familienkreisen Zerwürfnisse hervor. Was ist Recht und Gesetz?Der Vater stimmte darüber nicht mit dem Sohne überein, dereine folgte der strengen, der andere der mildern Ansicht, und sogeriethen sie und die Familienglieder mit einander in UnfriedensSolchen trübseligen Erscheinungen gegenüber thaten sich die eifrigFrommen, die sich in ihrer Ueberzeugung nicht irre machen ließen,zusammen und verabredeten einen Plan und eine Verhaltungsweise.Ihr Augenmerk und ihre Hoffnung waren auf Nehemia gerichtet,
h Maleachi 2, 9.
Nehemia 13, 10 a; Maleachi 3, 8—10.
«1 Nehemia 13, 10 b.
4) Maleachi 1, 8. 13—14. Statt i-in, das keinen Sinn giebt, muß manwohl lesen br»? . Nach der Vorschrift Nehemia 10, 33—34 hatten die
Priester für die Beiträge die Opfer zu liefern.
sj Das. 1, 7. 12.
s) Das. 3, S. 15. 18-19.
Das. 3, 14; 2, 17.
8) Folgt aus Maleachi das. 3, 24.