Nehemia.
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Entschluß stand sofort fest, sich persönlich nach Jerusalem zu begebenund der elenden Lage ein Ende zu machen. Ueberzeugt war er,daß diese Lage nur durch die Uebertretung des Gesetzes oder durchdie Lauheit der Bewohner Juda's verschuldet sei. Würde diesesaus's strengste befolgt werden, dann würde Gott wieder in Jerusalemweilen und ihm Schutz sein. Diesen Plan wollte er durchführen,Jerusalem wieder widerstandsfähig machen, das Gemeinwesen wieder-hcrstellen und die strenge Beobachtung des Gesetzes, als Schutzmittel,durchsetzen. Allein wie sollte er abkommen? Er war an den Hofdurch seinen Dienst gebunden. Gerade die Gunst, die er beiArtaxerxes genoß, fesselte ihn an Ort und Stelle und benahm ihmdie Aussicht, sich nach Jerusalem begeben zu können. In eineminbrünstigen Gebet erflehte er Gottes Beistand, seinen Plan durch-führen und besonders den König dafür günstig stimmen zu könnenKlug, wie Nehemia war, wartete er mit seinem Gesuche beiArtaxerxes, ihm die Reise nach Jerusalem zu gestatten, eine günstigeGelegenheit ab, die sich ihm aber erst nach vier Monaten darbot 2 ).Der Schmerz aber nagte so sehr an seinem Herzen, daß sein Aus-sehen und sein anmuthiges Wesen darunter gelitten hatten3). Alser eines Tages dem König und der Königin Wein kredenzte, fielsein leidendes Aussehen auf, und Artaxerxes befragte ihn darüber.Sofort ergriff er diese günstige Stimmung und erwiderte: „Wiesollte ich nicht schlecht aussehen, da die Stadt, wo die Gräbermeiner Vorfahren sind, verödet ist und ihre Thore verbrannt?" Erbrachte zugleich seinen Wunsch an, sich dahin zu begeben und dertraurigen Lage abzuhelfen. Artaxerxes war so gnädig, ihm Alles,Alles zu gewähren, die Reise zu unternehmen, die Mauern wiederauszubauen und das zerrüttete Gemeinwesen wieder in Ordnung zubringen. Er gab ihm Empfehlungsbriefe an die königlichen Beamtenmit, seiner Durchreise kein Hinderniß in den Weg zu legen undihm Bauholz zu liefern. Selbst ein Geleite von Fußtruppen undReitern gab er ihm mit und ernannte ihn zum Statthalter oderLandpfleger (ksollall) von Juda. Nur eine Bedingung knüpfte derKönig an seine Abreise, daß Nehemia sich nicht dauernd in Jerusalemansässig machen, sondern nach einer abgelaufenen Frist wieder an
tz Neh. 1, 4 fg.
^ Das. 2, 1 fg. verglichen mit das. 1, 1.
») Das. 2, 2.