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Geschichte der Juden.
Schriftwerk auf die brennende Tagesfrage lag zu nah, als daßsie nicht gemacht worden fein sollte. Gab es unter den Frauen,welche verstoßen wurden oder verstoßen werden sollten, nicht auchsolche, welche der Ruth glichen? Und die Kinder, von den fremdenFrauen geboren und von judäischen Vätern gezeugt, sollten alsHeiden verleugnet werden? Gehörte also das Haus David's, derkönigliche Stamm, dessen Urahn eine Moabiterin geheirathet hatte,auch nicht dem judäischen Volke an?
Indessen alle diese Gründe verfingen nicht; Esra und derregierende Senat in Jerusalem beharrten mit Strenge auf der Aus-schließung aller Elemente aus der Gemeinschaft, welche nicht vonjudäischer Abstammung, „vom heiligen Samen", waren. Als dieVermittelungsversuche, die ohne Zweifel angestellt worden waren,an der Festigkeit der Eiferer in Jerusalem gescheitert waren, kames zu feindlichen Reibungen. Einzelheiten darüber sind nicht be-kannt geworden; denn das Tagebuch oder die Denkschrift, die Esraüber seine Erlebnisse und die Vorgänge seiner Zeit niedergeschrieben,hat sich nur unvollständig erhalten^). Diese Reibungen dauertenmehrere Jahre (457—444), und die Jerusalemer zogen gewiß denKürzern, weil Esra kein Mann der That war, nur beten und rührenkonnte, und viele Familien es ohnehin heimlich mit den Gegnernhielten, Sanballat dagegen und seine Genossen, von entschlossenemCharakter und von leidenschaftlichem Hasse gegen ihre Verächter ge-leitet, jede Gelegenheit benutzten, ihre Feinde zu schädigen. Es kamso weit, daß sie Angriffe auf Jerusalem selbst machten. Was magihnen diese Kühnheit eingegeben haben, da sie doch wußten, daßEsra von dem Persischen Hofe begünstigt wurde, und judäische Günst-linge bei Artaxerxes viel vermochten? Haben sie vielleicht auf denWankelmuth und die Wandelbarkeit der Laune dieses persischenKönigs gerechnet? Oder hat ihnen der Ansstand des SatrapenMegabyzus von Syrien, dem auch Juda wie Samaria unter-standen, Vorschub geleistet? Haben sic, während dieser ein persischesHeer nach dem andern schlug, von diesem begünstigt, den kriegerischenAngriff unternommen, um ihre Feinde ins Herz zu treffen?
der Gemeinschaft gerichtet, und patzt durchaus für diese Zeitlage. Ohnehin zeugendie Araniäismcn in Rnth für die nachcxilischc Abfassnngszcit.
Das Buch Esra ist offenbar zuletzt defekt; es erzählt aus Esra's Zeitnur die Vorgänge des ersten Jahres oder der wenigen Monate seit Esra's An-kunft in Jerusalem.