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Geschichte der Juden.
etwas zu genießen. Dann begab er sich in den Vorhof des Tempelsund sprach auf den Knien liegend ein erschütterndes Sündeube-kenntniß aus: daß das Volk ungcbessert von den harten Schicksals-schlägcn wieder in die alte Sündhaftigkeit verfallen sei, obwohl Gottihm durch die persischen Könige Gunst zuwenden und einen kleinenRest bestehen ließ. „Sollen wir wieder deine Gebote übertretenund uns mit den Völkern des Landes verschwägern, so müßtest d»uns bis zur Vernichtung ohne Ueberbleibsel und Rest vertilgen.Und nun sind wir in unsrer Schuld vor dir, und wie könnten wirdabei bestehen h?" Dieses tiefempfundene Bekenntniß, unterSchluchzen und Thränen ausgesprochen, riß die Anwesenden, diesich nach und nach um den auf den Knien flehenden Schriftkundigengesammelt hatten, Männer, Weiber und Kinder hin; das Weinensteckte Alle an, ein Thränenstrom ergoß sich, als wenn das Volkdamit die häßlichen Blätter seiner Geschichte auszulöschen gedachte; csbetheiligte sich im Gefühle an dem Sündenbekenntniß. Von demAugenblick der Rührung ergriffen, sprach einer der Anwesenden,Schechanja, von der elamitischen Familie, ein gewichtiges Wort aus.Es gäbe ja ein Mittel, das Geschehene wieder gut zu machen unddie Folgen der Vergehung abzuwenden. „Wir wollen ein Bündnißschließen, die fremden Weiber zu entlassen und die von ihnen inMischehen geborenen Kinder aus dem Gemeinwesen anszuweiseu."Schechanja forderte Esra auf, die Sache in die Hand zu nehmenund vermöge seiner Autorität durchznsetzen. Dieses Wort ergriffEsra sofort, stand ans und forderte die anwesenden Familienhäuptcrauf, in Gegenwart des Heiligthums bei Gott zu schwören, daß die-jenigen, welche ans fremden Völkern Frauen heimgeführt, diese saunntden Kindern verstoßen würden. Es war ein Augenblick, derfür die ganze Zukunft des judäischen Volkes entscheiden sollte. Aufdie Schmiegsamkeit und Anlehnung an die anderartige Umgebungder früheren Zeit, welche Götzenthum, Lasterhaftigkeit und Auflösungzur Folge hatten, sollte von diesem Augenblick an Absonderung, strengeAbsonderung von der sie umgebenden Welt durchgeführt werden.Inda sollte sich von jeder fremden Beimischung rein erhalten. Esraund seine Gesinnungsgenossen haben eine Scheidewand zwischendem judäischen Volke und der sie umgebenden Welt aufgcführt.
tz Esra das. 9, 3 fg. 10, 1—5.