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Esra.
die Beschneidung und die Speisegesetze. Ohne Zweifel hatten sieBethäuser, worin sie sich zu gewissen Zeiten zum Gebete vereinigten.
! Selbst die hebräische Sprache pflegten sie so weit, daß sie ihnen' nicht fremd geworden ist, oder bedienten sich derselben im Verkehr-unter einander i). Woher entnahmen sie die Kenntniß dieser Sprache?Aus dem Schriftthum, das sie in Händen hatten, und in das sie,sich um so eifriger hineinlasen, als sie nur daraus ihr religiöses-! Verhalten schöpften und regeln konnten. Dadurch kam jener Theildesselben zur Geltung, welcher bis dahin nur wenig oder nur ge-legentlich beachtet wurde, das Fünfbuch der Thora, mit seiner Ge-setzes- und Pflichtenlehre. Früher, während der Exilszeit waren dieSchriften der Propheten beliebter, weil sie die, für die Ertragungder Widerwärtigkeiten und zur Erweckung von Hoffnungen nöthigeStimmung erzeugten, und weil sie Trost spendeten. Sobald als es^ber galt, die Stimmung und Gesinnung zu bethätigen und denLebensäußerungen einen eigenen Charakter aufzudrücken, mußte dasGesetzbuch hervorgesucht und befragt werden. Die in der Heimath solange vernachlässigte Thora oder das Gesetz kam erst auf fremdemBoden zu Ehren und Ansehen. In Juda wurde z. B. der Sabbatlange nicht so streng gefeiert, wie unter den babylonisch-persischenGemeinden2). Wenn auch die Neigung und Empfänglichkeit füreine solche Richtung in diesem Kreise allgemein vorhanden war, soIging die Anregung dazu, sie leidenschaftlich und eifrig zu verfolgen,von Einzelnen aus. Verkörpert war dieser Eifer für die volle Be-stätigung der Thora, richtiger für die Erfüllung der in ihr vor-geschriebenen Gesetze, in Esra, der jenen Wendepunkt in demGeschichtsgange des judäischen Volksstammes herbeiführte und ihmeinen neuen Charakter verlieh; doch stand er nicht vereinzelt, sondernhatte Gesinnungsgenossenb).
Vermöge seiner Abstammung war dieser Mann, welcher derSchöpfer der religiös-gesetzlichen Richtung wurde, wie berufen, den
y Folgt daraus,. daß Nehemia, der in Babylonien oder Persien geborenwar, nach Neh. 13, 24 so viel Werth auf die hebr. Sprache legte, und daß erjeine Denkschrift in dieser Sprache abfaßte; vergl. weiter unten.
2) Folgt aus Nehemia 13, 15 fg., auch 10, 32. Nehemia, der auswärtsgeboren, mußte erst die Judäcr zur Beobachtung der Sabbatfeier zwingen.
3> In Esra's und Nehemia's Zeit wird auch cin Zadok als -wvn schlecht-hin bezeichnet Mehemia 13,13). Dann werden von Esra selbst zwei „Lehrer"aufgeführt, die mit ihm ausgewandert sind iEsra 8, 16b).