Die Juden in Babylonien und Persien.
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Wendepunkt der Geschichte gestellt ist, den Wechsel nicht, der in ihmselbst, in seinen Anschauungen, Sitten und selbst in seiner Sprachevor sich geht. Während die Mitlebenden noch glauben in den ausge-sahrenen, alten Geleisen zu wandeln, hat eine unsichtbare Kraft siein neue Bahnen geschoben, die in einer anderen Richtung gehenund zu anderen Zielen führen, und erst beim Rückblick auf die zu-rückgelegte Strecke mögen sie gewahr werden, daß das Alte entschwun-den und etwas Neues an dessen Stelle getreten ist, und daß sie selbstunter der Hand verwandelt sind. Eine solche Anfangs unmerk-Hliche, aber im Verlaufe durchgreifende Umwandlung vollzog sich in^dcr ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts innerhalb der Judäer.,Zn der Meinung, daß sie nur einfach das Werk ihrer Vorfahrenauf dieselbe Weise und mit denselben Mitteln fortsetzten, hatten siesich selbst verändert und arbeiteten an einer neuen Gestaltung dersZustände. Diese Neubildung hat indeß ihre Entstehungsgeschichte,.^welche, wenn auch dem mitlebenden Geschlechts nicht erkennbar, deniter Lebenden nicht entgehen kann. Die Umwandlung ging nichtvon dem Gemeinwesen in Juda und Jerusalem, sondern von dem"Exils aus, hat aber in kurzer Zeit auch dieses in ihren Kreis ge-zogen und ihm ihr Gepräge aufgedrückt.
In dem Exilslande Babylonien war ein ansehnlicher Theil.zider Nachkommen der Exulanten zurückgeblieben, sei es aus Rücksicht^auf die Vermögeusverhältnisse, oder aus Bequemlichkeit oder andernGründen. Die überwältigende Begeisterung für die Rückkehr nachJerusalem und dem Neubau des Gemeinwesens hatte zwar auch dieZurückgebliebenen ergriffen; sie betheiligten sich daran mit ihrenSegenswünschen und ihren reichen Spenden. Auch diejenigen, welchenoch bis zum Schluffe der Exilszeit dem Götzenthum anhingen, ließenes völlig fahren und wurden Anhänger ihres Gottes und ihrer Lehre.Verknüpfte sie doch ein enges Band mit denen, welche in die Heimathzurückgekehrt waren, indem ein Theil ihrer Familienglieder dorthin ge-wandert war. Es fand daher ein lebendiger Verkehr zwischen demMntterlande und der, wenn man sie so nennen darf, judäischen Koloniein den Euphratlündern, statt. Jerusalemer machten hin und wieder dieReise zu ihren Brüdern in der Golah, wie die babylonischen Judäergenannt wurden, um Klagen über heimische Zustände anzubringenund Abhülfe bei ihnen zu suchen^), und von diesen wanderten nochy Nehcmia 1, 2 fg.