Serubabel und Jesua.
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davidischen Königshause, weil er die Erinnerungen an die ehemaligeGlanzzeit und die Verkündigung der Propheten für die Wiederher-stellung derselben verlebendigte. Der Prophet Chaggai hatte ihneinen auserwählten Liebling Gottes und dessen kostbaren Siegelringgenannt so. S. 93). Aber eben deswegen war er ein Hinderniß.Die Feinde der Judäer hatten einen Grund zur Anklage gegendie judäische Gemeinde, daß sie den Gedanken hegte, den Davidssohnzum Könige anszurufen. Auch den „Häuptern der Vaterhäuser",welche an die Freiheit der demokratischen Verfassung gewöhnt waren,mag der zukünftige Träger der königlichen Krone nicht bequem ge-wesen sein. Auf der andern Seite hatte der Prophet Zachariaverkündet, daß der Hohepriester Jesua die Krone tragen, auf demThrone sitzen und die messianischen Hoffnungen verwirklichen werdeso. S. 97). Hat dieser Prophet aus Mißfallen an Serubabel'sThun ihm einen Nebenbuhler erwecken wollen, wie einst der ProphetAchija dem Hause Davids an Jerobeam einen Nebenbuhler erweckthatte? Oder hat ihn der prophetische Geist vorausschauen lassen,daß das davidische Königthum nicht werde errichtet werden können?Genug, er hatte dem Hohenpriester den Vorzug vor dem NachkommenDavid's ertheilt, und so entstand eine Spannung und Spaltungunter den beiden Führern der Gemeinde. Die Verkündigung, daßder Rath der Eintracht zwischen beiden fortbestehen werde so S. 97),hat sich nicht bewährt, sie scheinen vielmehr in Zwietracht gerathenzu sein, und diese theilte sich wohl der Gemeinde mit, von derein Theil Partei für den Einen und ein anderer für den Andernnahmst.
Einzelheiten über den Parteikampf zwischen dem Vertreter desKönigthums und des Priesterthums fehlen, aber er muß tief gewühlthaben; denn ein Psalmist aus jener Zeit flehte und beschwor förm-lich die Einwohner Jerusalems, doch die Zwietracht zu bannen undden gestörten Frieden wieder herzustellen. Er erinnerte an dieFreude, welche die Vollendung des Tempels in den Herzen erregthatte, und führte als Vorbild das alte Jerusalem auf, welches einEinigungsband für alle Stämme gewesen, und in dem unter demHause Davids die Brüderlichkeit geherrscht:
h Vergl. Monatsschrift, Jahrg. 1869, S. 290 fg.