98 Geschichte der Juden.
aus der Ferne Fremde in Jerusalem eintreffen werden, um an demBau des Tempels zu helfen i).
In der Thal nahm die Theilnahme der babylonischen Judenan dem neugestalteten Gemeinwesen immer mehr zu. Es trafenabermals einige Männer aus Babel in Jerusalem ein (4. Lis-Isrv 518), Scharezer und Regem-Melech mit einem Ge-folge 2), nur an der Stätte des Tempels zu beten und zugleicheine Gewissensfrage an die Priester und Propheten zu richten, obdie Fasttage, welche die Frommen in Babylonien zur Erinnerungan die Zerstörung des ersten Tempels zu beobachten pflegten so.S. 16), unter den veränderten Verhältnissen noch fortdauern sollten.Zacharia, der junge Prophet, ergriff das Wort und ertheilte daraufdie Antwort im Namen Gottes, um eine Erklärung abzugeben,was Frömmigkeit ist^). „Wenn ihr fastet und klaget, fastet ihr mir?Und wenn ihr esset und trinket, so seid ihr es doch, die da essenund trinken?" Die älteren Propheten haben lediglich darauf Gewichtgelegt, daß gerechtes Gericht gehalten, daß Liebe und Erbarmen geübt,daß die Hilflosen nicht bedrückt werden sollten, und daß keiner gegenseinen Bruder Schlechtigkeit im Herzen hege. Weil die Vorfahrenauf die Worte der altern Propheten nicht gehört haben, darum hatsie Gott hinweggestürmt aus dem Lande und dieses verödet gemacht.
-) Zach. 6, 15.
2) Zacharia 7, 1 fg. Der Eingang Vers 2: L.'ni "n nn-"
ist äußerst dunkel. Zunächst ist die Frage, wohin ist geschickt worden? NachBethel? das ist unmöglich, denn diese Stadt hatte in der nachexilischen Zeitkeinerlei Bedeutung, auch gab cs da keine Propheten und Priester, welche hättenbefragt werden können. Dann fragt es sich, „woher kam diese Gesandtschaft"?Raschi und andere Comment. haben mit richtigem Takt errathen, daß die Sen-dung von Babylon ausgcgangen sein müsse. Dann ist man berechtigt zu lesen? n:statt i-xn-m. Fraglich ist auch: Wer hat gesandt oder was ist indiesem Halbv. Subjekt und was Objekt. Die Peschito setzt die Eigennamen inden Accusativ. nri ... -inwi. Den letzten Namen hat sie statt:
eine Verwechselung aus Jcremia M, 3: .vonn Den Namen
übersetzt sie wie I-XX als „König," wenn also Scharezer und die übrigendie Gesandten waren, so müssen sie Andere gesandt haben, also wohl eine Ge-meinde in Babylonien.
2) Zacharia 7, 5 fg. In Vers 7 scheint ein Verbum zu fehlen, und Vers 8gehört nicht in den Zusammenhang. — Vers 8, 23 Ende giebt die griechischeVersion gut wieder: ükör,, üi-t b Acöc "